Back to Business – über Jobs und Sinnfragen

am 10.01.2017

Mama geht dann mal wieder arbeiten...Es ist soweit. Heute war mein erster Tag im alten/neuen Leben.

So, da wäre sie also wieder, die „Working Mum“, auch wenn ich diesen Begriff nicht leiden kann, denn arbeiten nicht alle Mamas immer und ständig? Aber anders ist es schon. Was ist besser? Ich verbringe irrsinnig gerne Zeit mit meinen zwei Kindern, aber ich muss auch sagen, dass ich es in letzter Zeit immer wieder vermisst habe, mich inhaltlich mit „Erwachsenen-Dingen“ zu beschäftigen. Meinen Kopf anzustrengen und neues zu lernen und zu erleben.

Ob ich ein schlechtes Gewissen habe, meine Kinder (insbesondere den kleinen Miko) fremd betreuen zu lassen? Ja klar! Natürlich frage ich ich mich, ob es ihm dort gut geht und auch Matilda. Ob es zuviel für beide ist. Was werde ich alles verpassen? Aber genauso weiß ich auch, dass Freundinnen, die es anders handhaben, sich des häufigeren fragen, was ihre berufliche und persönliche Perspektive sein kann? Wie es mit ihrer „Karriere“ weitergeht in vielleicht 2-3 Jahren, wenn die Kinder etwas größer sind. Ob sie gute Mütter sind, wenn sie nach einem laaaangen Tag mit Bespassung des Kindes total entnervt keine Lust mehr auf Spielen haben.

Die „Was-Macht-Sinn-Frage“ stellen sich alle, egal in welcher Konstellation! Und jede Familie muss das für ihren eigenen kleinen Mikrokosmos entscheiden. Ich für mich weiß, dass ich auf Dauer keine gute Mama wäre, wenn ich nicht auch meine eigene berufliche Laufbahn hätte. Erfolgserlebnisse und neues erleben und erlernen jenseits der Kinderwelt. Mal abgesehen davon, verdiene ich gerne mein eigenes Geld und das Leben ist auch kein Wunschkonzert. Trotzdem habe ich erst gestern Abend (klassisch im Bett, ich musste das Licht wieder anschalten, so wichtig war es mir) gefragt, ob das alles wirklich eine gute Idee ist…Angst zu haben finde ich persönlich aber auch in Ordnung. So ist das eben mit neuen Situationen und Dingen, die wir nicht einschätzen und auch nicht hundertprozentig steuern können. Alles andere wäre übermenschlich und seltsam.

Wie unser Modell funktioniert? Ja, das ist die große Frage und am Abend von Tag 1 sicherlich nicht gut zu beantworten. ABER sicherlich nur, wenn der Matilda- und Mikopapa und ich zusammenarbeiten. Soviel ist klar. 30 Stunden sind auch nicht wenig mit einem Vollzeit-Papa an meiner Seite. Plan deshalb: Wir teilen uns die Tage etwas auf. Das heißt, er übernimmt mittwochs und freitags das Bringen- und Abholen und ich kann an diesen Tagen länger arbeiten. Ich hingegen übernehme Montag, Dienstag und Donnerstag. Insbesondere der Montag ist unser Puffertag, an dem ich wenn es geht gar nicht arbeite und wenn wir keine Lust auf Kita haben, einfach was schönes unternehmen. Natürlich brauchen wir ab und an Babysitter und sicherlich auch die Großeltern (Krankheitswelle wir kommen), diese wohnen nicht hier aber haben sich großzügist bereit erklärt, uns jederzeit zu unterstützen. Dass wir jetzt endlich ein schönes Gästezimmer haben, erleichtert das ganze enorm.

Soviel zur Theorie. In der Praxis weiß ich, dass wir uns oft genug zerreissen werden und ich den Tag an dem ich entschieden habe, wieder arbeiten zu gehen auch noch verfluchen werde. Genauso wie ich den ein oder anderen Tag mit den Kids, wenn mal wieder gar nichts gepasst hat und den ganzen Tag Alarm angesagt war, lieber gestrichen hätte. Die kleine sechs monatige Testphase vor der Geburt des Sohnemanns hilft mir oder uns jetzt aber bei der Orga und bei der Erwartungshaltung. Ich bin nicht ganz so naiv und weiß ein bisschen besser, was auf uns zukommt. Es wird ruckelig werden, aber ich bin mir irgendwie sicher, dass wir das schon schaffen werden, mit Ups- und Downs (aber ist das nicht auch bei allen so?) und der Sinn-Frage.

Was ich aber jetzt schon sicher beantworten kann: Klare Priorität, wenn es um Vereinbarkeit von Job und Kind oder anders herum geht, haben aber IMMER meine Kinder. Wenn ich also merken sollte, dass das alles nicht funktioniert und sie oder wir oder alle darunter leiden, müssen wir uns etwas anders überlegen. Es bleibt also spannend…

PS: Und zur Frage: Wie war der erste Tag? Spannend, irgendwie wie früher, anstrengend und lang. Das Wiedersehen mit meinen Kindern einfach nur wunderbar. Matilda und Miko saßen quietschvernügt auf unserem Drehsessel und haben Karussel gespielt. Sie wirkten sehr glücklich und ich war es auch…

PPS: Danke an LitteHipstar für’s ausliehen des Introbildes. Wir lieben eure Totebag und schauen so gerne in eurem Store vorbei.

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