Interview mit Natalia Avelon

am 31.08.2015

Dein letzter Film:

„Drunter & Brüder“, eine Komödie über die verzweigten Wege der Liebe und die verrückten kleinen Abgründe in so manch einer Familie. Wird am 23.01.15 um 20:15 Uhr bei ARD gezeigt.

Kino: Alles Inklusive 2014

Anstehende Projekt über die du schon etwas sagen magst:

Leider noch nicht spruchreif

Im Kinofilm Alles Inklusive (2014) geht es um eine Mutter-Tochter Beziehung.
Wie oft siehst du deine Mama und ist sie dir ähnlich?

Meine Mama und ich ähneln uns optisch sehr. Unsere Charaktere sind jedoch relativ unterschiedlich. Umso älter und reifer ich werde, umso besser verstehen wir uns. Ich habe nicht mehr das Gefühl, ständig rebellieren zu müssen 🙂 Das war mir immer sehr wichtig. Meinen Standpunkt durchzusetzen, meine Lebenseinstellung und vor allem meine Unabhängigkeit.

Wir sehen uns so oft wir können. Durch die Entfernung zwischen Berlin und Baden-Württemberg leider jedoch nicht so oft, wie wir es gerne hätten.

Was schätzt du besonders an ihr?

Für die bedingungslose Liebe meiner Mama bin ich sehr dankbar. Ich fühle mich sehr behütet. Es tut sehr gut, in jeder Lebenslage zu wissen, dass man ein Zuhause hat, in dem man sich fallenlassen und Energie tanken kann.

„Es tut sehr gut, in jeder Lebenslage zu wissen, dass man ein Zuhause hat, in dem man sich fallenlassen und Energie tanken kann. "

Entdeckst du selbst manchmal Eigenschaften, Parallelen an dir, die dich an deiner Mutter aufregen?

Natürlich 🙂 man erbt leider nicht nur die positiven Eigenschaften 🙂 ich werde die schlechten Eigenschaften natürlich nicht nennen. Das würde an Verrat grenzen 🙂

Gibt es in eurer Familie ein Ritual?

Ja. Sich erstmal ordentlich zu zoffen, wenn man sich lange nicht gesehen hat. Erst kracht es gewaltig und dann sind wir ein Herz und eine Seele und liegen uns in den Armen 🙂 Mein Papa macht sich dann immer ganz unauffällig aus dem Staub und geht ein Stündchen enspannt spazieren 🙂

Als du 8 Jahre alt warst seid ihr nach Deutschland gezogen. Was verbindest du mit Ettlingen? (Habe Ettlingen im übrigen das erste Mal gegoogelt, erinnert mich sehr an meine Heimatstadt Quakenbrück)

Ich hatte eine sehr schöne Kindheit und ein wildes und braves Teenager-Dasein zugleich in Ettligen. Heimlich zu rauchen, sich beim Strassenfest mit Heidelbeerwein zu betrinken oder auf dem Spielplatz einen Kuss auszutauschen, sich die Haare mit Henna zu färben oder die Jeans an den Knien zu zerreisen war damals „crazy“. Wir waren im Vergleich zur heutigen Internetgenertion relativ „uncool“. Wir hatten ausser der BRAVO und dem Fernsehen keine Vergleichsmöglichkeiten. Drogen, Gewalt und Mobbing an der Schule, das Handy und Internet waren kein Thema. Wir haben uns „physisch“ getroffen, um uns auszutauschen und etwas miteinander zu unternehmen. Ich hatte grosses Glück, in einer entspannten und friedlichen Umgebung aufzuwachsen. Wir waren tatsächlich alle füreinander da und haben auch die Schwächeren mitgezogen.

8 Jahre ist noch kein pubertierendes, schwieriges Alter, dennoch ein Alter wo Freunde und Schule immer wichtig werden. Hast du noch Kontakt mit Freunden aus deiner frühsten Kindheit?

Ja! Mit sehr vielen sogar! Mit Freunden aus meiner Sandkastenzeit in Polen und (Schul-) Freunden aus meiner Heimatstadt Ettlingen. Meine besten Freunde kenne ich tatsächlich sehr viele Jahre.

Kannst du Familien die in eine andere Stadt oder in ein anderes Land ziehen einen Rat oder Tip geben?

Meine Eltern haben großen Wert darauf gelegt, mich in die neue Umgebung zu integrieren. Ich bin gleich in die Schule gegangen, obwohl ich kein Wort Deutsch konnte, wurde Mitglied in einem Sportverein und war allen Einladungen gegenüber sehr offen. So verlor ich sehr schnell meine Angst vor dem neuen Umfeld und fand tolle Freunde und Mentoren.
Ich glaube, es ist immer sehr wichtig, Anschluss zu finden oder zu suchen. Dem Neuen gegenüber offen und neugierig gegenüberzutreten, um herausfinden zu können, ob man den für sich richtigen Platz, sein Zuhause, gefunden hat. Und ganz wichtig es, sich genügend Zeit zu nehmen! Nicht vorzeitig aufgeben! Denn vielleicht verpasst man so Dinge, die man später nicht missen möchte!

„Nicht vorzeitig aufgeben! Denn vielleicht verpasst man so Dinge, die man später nicht missen möchte!"

Drei Dinge die dir sofort einfallen, wenn du an deine Kindheit denkst.

Liebe. Natur. Sorgenfrei.

Du hast zwei kleine Anker an deinen Füssen tätowiert, haben sie eine spezielle Bedeutung?

Ich bin ein geerdeter Mensch, der mit seiner Seele, seinen Gedanken, Wünschen und Zielen jedoch hoch über den Wolken schwebt. Und um nicht irgendwann „abzuheben“ in jeglicher Form, habe ich mich symbolisch mit Mutter Natur bzw. der Erde verankert.

Wo und wie feierst du Weihnachten?

Ganz traditionell mit meiner Familie. Meistens in Polen bei meinen Grosseltern. Weihnachten ist für mich ein sehr wichtiges Fest. Ich komme zur Ruhe, lasse das Jahr Revue passieren, bedanke mich für alle Erfahrungen, die ich machen durfte und stärke mich für das anstehende neue Jahr. Wir treffen Familie, Freunde, Nachbarn, besuchen die Verstorbenen auf dem Friedhof und lassen es uns kulinarisch (Mamas Küche) gutgehen 🙂

Hast du besondere Pläne für 2015?

Ich habe immernoch nicht surfen gelernt und noch nie Yoga ausprobiert! Das soll sich ändern!
Ich will etwas organisierter werden und meine Ideen konsequenter realisieren!

Ein gesundes und glückliches Jahr wünsche ich allen!!!

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