Kita? Nein Danke!

am 09.05.2016

Wozu einen eigenen Blog haben, wenn ich meine Meinung dann doch nicht ehrlich schreibe. Kita ja, nein? Für uns definitiv ein klares nein. Wenn es irgendwie geht, käme eine Kita nach einem Jahr für uns nicht in Frage.

Eigentlich liegt mir dieser Text schon ziemlich lange auf der Seele. Kommentare wie: „Wie, Pauline ist nicht in der Kita?“, „Gott, wie hältst du das nur aus?“ nerven langsam. Aber der wirkliche Auslöser war heute auf dem Spielplatz.
Eine Bekannte erzählte voller Stolz, dass ihr gerade mal einjähriger Sohn (konnte gerade so an der Hand gehen) die Kita liebt! Mich parallel mit entsetztem Blick anstarrte und mich fragte, wie ich das alles schaffe –  Pauline, Hannah und überhaupt sei es doch viel zu anstrengend. Ausserdem würde sie ihr Sohn bei Abholung aus der Kita nicht eines Blickes würdigen und viel lieber noch da bleiben – schon klar!
Jeder, der sein Kind schon nach einem Jahr oder früher in die Kita gibt, wird schon seine Gründe haben. Muss am Ende auch jeder selbst wissen. Aber das ich in regelmässigen Abständen entsetzt angesprochen werde? Denn für mich macht es anders herum eher Sinn. Aber würde ich das kommentieren? Eher weniger. Am Ende schaut jeder wie es für sich am Besten passt oder für seine Familie machbar ist.
Ich für meinen Teil empfinde es als wirklichen Luxus so viel Zeit mit Pauline und Hannah (und Emmi) verbringen zu dürfen. Hört sich vielleicht doof an, aber diese Zeit kann mir niemand mehr nehmen. Und wir haben herrliche (und sicherlich auch nicht herrliche, anstrengende oder müde) Tage. Wir gehen morgens in den Englischen Garten, in die Stadt, auf den nicht überfüllten Spielplatz, gehen zum Turnen und Singen, treffen Freunde und machen all das was uns so einfällt.
Und ob ich meinen Job nicht behalten will, ihn nicht toll finde oder auf Ewigkeiten Hausfrau und Mutter bleiben möchte? Auch hier ein klares Nein. Mutter bleibe ich, soviel ist ja klar, ich liebe meinen Job, das Reisen, die Mode. Aber wie ich auch zu InStyle Zeiten 100% gearbeitet habe, sehe ich meine beiden Töchter als meine jetzige Aufgabe an. Und bis sie in den Kindergarten kommen, mit 2,5 Jahren vielleicht, werden sie weder in einer Kindergruppe ihren Mittagsschlaf machen, noch eine Erzieherin als ihre Bezugsperson ansehen. Und bevor sie laufen und klar kommunizieren können ob ihnen etwas gefällt oder nicht, kommt keines unserer Kinder auch nur irgendwo hin. Und auf die Frage wo meine „quality time“ bleibt?
Zur Zeit zu Hause und das ist auch gut so.

18 Antworten zu “Kita? Nein Danke!”

  1. Akiki sagt:

    Du machst es genau richtig! Die Zeit geht so schnell vorbei! Klar ist es Luxus, wenn du dir leisten und genießen kannst. Es gibt immer welche , die es nicht verstehen. Du und deine Maedels sind glücklich, der Rest ist wirklich scheissegal..abgesehen davon, ich fand es immer komisch Theo wegzugeben, ohne dass er mir wirklich sagen kann, wie er es gefunden hätte. Genieß die Zeit und lass die Kritik und das Gerede weiterhin an dir abprallen! Ihr seid super! der Text spricht mir aus der Seele!

  2. Bärbel sagt:

    Applaus! 🙂

  3. Noémi sagt:

    richtig so. 🙂

    facebook.com/Hutten.Schrodt

  4. Laura sagt:

    Genau so! Wer sein Kind nicht mit Punkt 1 abgibt, und womöglich auch mit 2 noch nicht, muss sich ja heute nur noch rechtfertigen. Und immer der Satz: ist das nicht anstrengend? Ja wie anstrengend ist denn die Kombi Job/Kita (inklusive Krankheiten, die jede Orga durcheinander bringen und minutiös genauen Routinen jeden Tag)? Schöne neue Welt – nicht! Jeder, wie er mag oder kann. Geld ist natürlich ein Argument. Und Alleinerziehende haben keine Wahl. Aber wer kann, der sollte ruhig mal mit Kind entschleunigen. Die Zeit ist kostbar.

  5. Manuela A. sagt:

    Genau so! Ich hab meine Grosse auch erst mit 3 in die Kita gegeben, es war früh genug und sie freute sich drauf. Rechtfertigen musste ich mich auch immer wieder, aber mir war es wichtiger, dass die Kinder zueinander finden, sich kennenlernen und eine Beziehung zueinander aufbauen. Das hätten sie sonst in der Intensität nicht gekonnt.

  6. Anja K. sagt:

    Huhu.
    Meine kleine Maus geht auch noch nicht in die Kita. Ich habe gemerkt, dass mir die gemeinsame Zeit viel wichtiger ist und uns beiden sichtlich gut tut.
    Wir gehen zusammen auf den Spielplatz/ Hof und erledigen den täglichen Einkauf. Spazieren gehen ist sehr unterhaltsam und man lernt die verschiedensten Dinge voneinander.
    Voraussichtlich geht sie mit 3 Jahren in die Kita.

    Liebe Grüße aus Leipzig

  7. Judith sagt:

    Liebe Anneke und auch liebe alle Kommentatorinnen,
    immer, wenn ich Texte dieser Art lese, verspüre ich das dringende Gefühl in mir, mich für die Art und Weise, wie wir es in unserer Familie handhaben, zu rechtfertigen. Warum muss das sein? Warum kann nicht jeder einfach jeden es so machen lassen, wie es der entsprechenden Familie gut tut?
    Ich habe 2 Kinder, mein Sohn wird bald 4 Jahre, meine Tochter (heißt übrigens auch Pauline) ist fast 6 Monate alt. Mit meinem Sohn war ich ein Jahr zu Hause und ich gebe zu, ich habe danach gelechzt, wieder arbeiten gehen zu können, genauso wie er es gebraucht hat, mit anderen Kindern in Kontakt zu kommen. Wir haben leider in unserem Freundes/Bekannten/Familienkreis niemanden mit Kindern. Solche Kontakte fangen jetzt erst an, sich langsam durch den Kindergarten zu entwickeln. Natürlich haben wir auch Dinge unternommen und sind auf den Spielplatz gegangen, aber es fehlte ihm absolut an anderen kleinen Menschen. Er ist so dermaßen aufgeblüht, als er mit einem Jahr endlich mit anderen Kindern in Kontakt kam.
    Mit meiner Tochter plane ich es genauso. Allerdings nur, wenn sie dafür bereit ist. Bei meinem Sohn war es einfach an der Zeit. Ich habe dann in Teilzeit gearbeitet und fühlte mich so wieder geistig gefordert und konnte trotzdem viel Zeit mit meinem Sohn verbringen. Ich hoffe, dass es so auch wieder funktioniert, wenn meine Tochter in die Krippe kommt. Ich habe auch überhaupt kein Problem damit, dass tagsüber andere Bezugspersonen für meine Kinder da sind, so lange unsere Ansichten über Erziehung etc. nicht auseinander gehen.
    Ich gebe zu, ich muss mich auch innerlich stark zusammen reißen, wenn ich mitbekommen, dass Eltern ihre Kinder bereits mit wenigen Monaten in die Betreuung geben. Warum bekommen die Kinder, wenn sie sie dann eh direkt abgeben?! Der arme kleine Spatz! Aber nie niemals würde ich dazu etwas sagen, denn es geht mich nichts an. Es steht mir überhaupt nicht zu, darüber zu urteilen.
    Ich wurde und werde auch ständig ungefragt und gerne auch von frisch kennen gelernten Frauen verurteilt, weil ich nicht stille, weil meine Kinder beide bereits mit 3 Wochen im eigenen Zimmer im eigenen Bett schliefen, warum ich arbeiten gehen will, wenn meine Tochter ein Jahr alt wird, dass ich den Brei für meine Kinder immer schon selbst gekocht habe und – der Klassiker – dass ich meine Kinder impfen lasse. Die Liste ist schier unendlich. Aber keiner will wirklich wissen, was dahinter steckt. Gerade, dass die Kids bereits so früh alleine schliefen, ist ein „heißes“ Thema. Aber keiner will wissen, dass die beiden ab da komplett durchgeschlafen haben und nur, wenn sie krank sind/waren, zu uns ins Bett kommen/kamen. Soll ich mich dafür entschuldigen, dass es so halt nun mal einfach funktioniert? Nein, das tue ich nicht mehr. Es geht niemanden etwas an….
    Ich möchte hier noch mal ausdrücklich sagen, dass ihr es alle richtig macht, so, wie ihr es macht. Auch, wenn ich nicht alles nachvollziehen kann, so bin ich dennoch überzeugt davon, dass es so passt. Ich denke, dass es immer passt, wenn alle Familienmitglieder glücklich und zufrieden sind. Und in diesem Sinne hoffe ich, dass Mütter sich das Leben nicht immer gegenseitig schwer machen, sondern sich einfach hier und da auch mal zurücknehmen und darauf besinnen, was wirklich wichtig ist – nämlich das Wohl der Kinder und der Familie.

    Viele Grüße aus München

    • Anneke Anneke sagt:

      Liebe Judith, vielen Dank für Deinen Kommentar, ist eine schöne Anregung, das Thema Impf-Disskussion blieb uns Gott sei Dank bis jetzt erspart. Aber das wäre sicherlich mal ein schönes Thema für unseren Blog. Wir sind ganz klar Pro Impfen, wäre aber mal interessant zu hören was es von der Anti-Impfen Seite zu berichten gibt. Ich werde recherchieren. Alles Liebe Anneke

  8. Denken wir ganz genau so!
    Wenn euch mal die Ideen ausgehen kommen wir gern mal mit irgendwo hin, wo es so schön leer is 😉
    Liebe Grüße von den Kruse-Girls

  9. Julia sagt:

    Applaus. Genau richtig so. Habe es mit meinem Töchtern genau so gemacht und jetzt – 4&6 bin ich immer nick so froh darüber – weil es die schönste Zeit war!! Das kommt nie wieder ❤️

  10. Claudia sagt:

    Schön! Wir machen das auch so – eine tolle Zeit.

    Und wenn jetzt eine Kindergarten Mama genervt von dem Artikel ist und sich gemaßregelt fühlt: hey, so geht es uns kitafreien Müttern andauernd. Das ewige Fragen „warum geht er/sie nicht in den Kindergarten?“ geht uns nämlich auch gehörig auf den Zeiger!!!

    LG und noch eine schöne Zeit zusammen <3

  11. Anneke Anneke sagt:

    Ihr Lieben, ich bin glücklich und erleichtert zugleich (hatte mich schon ziemlich auf negatives Feedback eingestellt) so viel Zuspruch erhalten zu haben. 1000 Dank! Anneke

  12. Patrizia sagt:

    Meine Liebe,
    das hab ich jetzt schon sooo oft gehört, dass Eltern gefragt werden, wieso denn das Kind noch nicht in die Kita gehen würde. Das ist doch echt frech! Ich dachte ja ich müsste unbedingt nach einem Jahr wieder arbeiten und wir haben es damals probiert aber Emilian hat es nicht gefallen, dann habe ich ihn nach zwei Wochen rausgenommen und bin Zuhause geblieben. Jetzt, ein knappes halbes Jahr später hab ich total gemerkt, wie er wahnsinnig interessiert an anderen Kids ist und da wir hier noch keinen sooo großen Anschluss mit Kindern gefunden haben, geht er jetzt für ein paar Std am Tag in die Krippe. Es gefällt ihm mega gut, er erlebt total spannende Sachen und ich kann ein bisschen von Zuhause aus arbeiten. Für uns also die perfekte Lösung:) Ich finde es ist so, wie du es geschrieben hast, dass einfach jeder für sich den richtigen Weg finden muss und man andere nicht grundsätzlich schief angucken darf, nur weil sie vielleicht einen anderen Weg einschlagen, als man selbst. Ihr macht das super! Schick euch viele Bussis besonders von Anton an Emmi <3

  13. Judith sagt:

    Ich glaube, keine Mutter muss denken, sie wird mehr verurteilt als die andere. Jede macht immer irgendetwas falsch für irgendwen auf dieser Welt. Deshalb muss man sich davon frei machen. Ich selbst muss da auch noch an mir arbeiten, viel lockerer werden und die Dinge nicht so nah an mich rankommen lassen. Es kann mir doch egal sein, was andere Leute denken, machen oder gut finden.
    Wir werden schon in der Schwangerschaft so sehr verunsichert. Das geht dann weiter beim Stillen und zieht sich durch – vermutlich – bis an unser Lebensende, weil wir immer etwas falsch machen können. Jeder ist auf einmal Experte. Jeder weiß alles und vor allem: alles besser. Es nervt mich! Das ist auch der Grund, warum ich bei meinem ersten Kind beim Geburtsvorbereitungskurs, bei der Rückbildungsgymnastik, beim Pekip oder auch beim Babyschwimmen nie nette Kontakte gefunden habe. Jeder meint, er hat das Muttersein erfunden und will dem anderen seine Variante regelrecht aufzwängen. Das braucht’s doch nun wirklich nicht. Deshalb: Unrat auch einmal vorbeiziehen lassen. 🙂

  14. Schön! Wir handhaben es genau so mit unseren zwei Buben (1 und 3). Und ich darf ergänzen, dass es da regional große Unterschiede gibt. Wir haben zweitbesten ein Jahr in Berlin gewohnt und ich war schockiert über die dortige Kita-Kultur. Punkt 1 Jahr kamen fast alle Kinder, die ich kennen lernte von 8 bis 16/Uhr in die Kita. Ich sag es knallhart: ich glaube (und die Forschung bestätigt es), dass das für einen Gutteil der Mädchen und Jungen nicht gut und gesund ist. Einzelschicksale, wo die Eingewöhnung ein einziges Desaster war, bekam ich auch mit. Mein einjähriger Sohn wurde sogar bei einem Arzttermin erstaunt gefragt, wieso er nicht in der Kita sei.

    Jetzt leben wir in Baden-Württemberg und hier ist eine Eingewöhnung mit Eins glücklicherweise eher unüblich. Der Trend geht zum Kindergarten mit 2, aber es gibt noch ausreichend Familien, die das erst mit ihren Dreijährigen angehen.

    Ich muss sagen, dass mir die Kita-Kleinkinder in Berlin, die wir vormittags auf Spielplätzen trafen, oft so verloren vorkamen. Ein richtig interaktives, soziales Spiel gibt es in dem Alter kaum und der Betreuungsschlüssel führt dazu, dass ruhige bzw. „brave“ Kinder untergehen. Es mag in einigen Fällen finanziell oder organisatorisch nicht anders machbar sein, aber eben nicht immer. Und dann finde ich es so schade, dass es „normal“ ist, seine Kinder den Großteil des Tages abzugeben. Das Alter von eins bis zwei ist so wunderschön, davon würde ich freiwillig nichts verpassen wollen!

    • Anneke Anneke sagt:

      Hi Jenny,
      vielen Dank für deinen Kommentar. Ich kann dir mit allem nur zustimmen!
      Pauline ist jetzt 3 Jahre alt und geht in den Kindergarten. Eine wirkliche Eingewöhnung hat und musste es bei ihr nicht geben. Sie ist alt genug um zu verstehen, dass Mama sie wieder abholen wird, sie kann kommunizieren ob es ihr gefällt, sie kann laufen und sich wehren. Sie erzählt von ihrem Tag, erzählt was sie erlebt hat. Das ist wahnsinnig schön zu sehen und bestätigt mich in allem, wie wir es gemacht haben. Es ist immer schön zu hören, dass auch andere Familien mit uns diese Erfahrung und Meinung teilen. Alles Liebe Anneke

  15. Kerstin Wetzel sagt:

    Hallo

    Ich habe 4 Kinder und habe solche und solche Erfahrungen….meine beiden großen Kinder ( heute 16 und 13) waren in der Kita ( ab 8 Monate) und ich ging Vollzeit arbeiten. Es war unendlich traurig, nichts von den beiden mitzubekommen. Das Wort Quality-Time ist Schwachsinn!! Du stehst morgens um 5.30 Uhr auf, machst die Kinder fertig und dann ab in die Kita, ins Büro gehetzt, dort den ganzen Tag verbracht, abends um 17 wieder zurück und Kinder abholen, äh ach ja noch schnell einkaufen und nach Hause…. nein ich hatte danach überhaupt keine Lust auf Barbie und sonstiges… weil Wäsche / Abendessen / Schlafanzug usw rufen….
    Somit dann das 2. Kind ab 3 aus der Kita und in Regelkindergarten… war schon besser
    Meine beiden kleinen ( heute 2 ) 3 x vormittags ins die Waldspielgruppe und ab dem 3. Jahr vormittags in den Waldkindi- Mittagessen zu Hause!
    Balsam für die Mutterseele und einfach nur schön! Ich weine meiner Bürozeit keine Träne hinterher – nur der verlorenen Zeit mit den großen Kindern! Man kann diese Zeit niieee wieder zurück holen.

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