Mein erstes Fahrrad

am 25.05.2015

Paulines Freund Paul hat sein erstes Fahrrad mit seinem Papa gekauft. Und der erzählt uns worauf es ankommt beim Fahrradkauf und welches Rad nun das Richtige nach dem Laufrad ist.

Patrick Simon aus Koblenz, 37 Jahre, Technical Project Manager in der Automobilindustrie und mittlerweile wie wir finden wirklicher Profi was Kinderfahrräder angeht. Das kommt nicht nur seinem Sohn Paul (im August 4 Jahre) zugute, sondern auch uns. Hier also unser erster Papa- Beitrag:

Das Thema Fahrzeuge ist ja schon per Definition absolutes Hoheitsgebiet der Väter. Mein Weltbild ist vielleicht etwas altmodisch, aber für Väter sehe ich es als eine der absoluten Primäraufgaben sich um einen adäquaten Untersatz seines Sprößlings zu kümmern. Bei Bobby Car, Laufrad, Roller und Co dürfen sich gerne andere noch mit einbringen, aber sobald es um das erste richtige Fahrzeug geht, ein Fahrrad mit Pedalen, da muss man als Vater beiseite stehen! Ich möchte einfach mal ein paar individuellere Alternativen zu Puky, Kokua und Co allen Vätern (und auch Müttern) empfehlen, die jenseits der üblichen Bike Markt Tristesse und stylemässig weit weg von der Rücktritt Masse sind. Es gibt seit geraumer Zeit ein paar kleine und feine Bike-Schmieden, die wunderschöne und vor allem leichte Kinderräder mit tollen Details entwerfen. Allen gemein ist, dass Sie nicht an jeder Ecke zu bekommen sind. Aber wenn man weiss wo, dann ist das alles kein Hexenwerk. Diese neue Generation Kinderräder besticht dadurch, dass Sie den Kids einen leichten Umstieg vom Laufrad auf das Fahrrad bescheren. Die Geometrie ist eher etwas gestreckt, so wie die Kleinen das vom Laufrad kennen. Und durch den Einsatz von Aluminium und intelligentem Leichtbau sind die Räder auch nur kaum schwerer, als ihre kleineren Vorläufer ohne Pedale. Wir sprechen hier von Gewichten um 7kg, während die Massenware häufig 2-3 kg schwerer ist, und das merkt ein Kind.

Ich will nicht behaupten, dass es bei jedem Kind so easy ist, aber mit diesen Alugeschossen kommt es häufiger vor, dass ein Kind vom Laufrad aufsteigt und direkt weiss, was abgeht. So wars auch bei Paul. Ganz früher Radfahrer 🙂 Klassische Stützräder sind dann nicht mehr nötig. Die Rädergrösse der Bikes, von der ich spreche sind 16″ und je nach Kindergrösse kann man ab 3 Jahren drüber nachdenken umzusteigen. Ganz wichtig ist dabei aber auch, dass man den Kindern rechtzeitig die Verantwortung nahe bringt, die mit dieser gesteigerten Mobilität einhergeht. Ein Helm ist absolute Pflicht, und auch die restliche Kleidung sollte angemessen sein. Und da die Kleinen zwar schon schnell mit den Rädern klar kommen und insbesondere bei etwas Gefälle ganz ordentliche Geschwindigkeiten drauf bekommen muss man immer bereit sein einzugreifen (zur Not der klassische Griff in den Nacken, bevor der kleine Racker irgendwo einschlägt). Auch die Gefahr von Unfällen mit anderen Verkehrsteilnehmern steigt. Sei es mit Fussgängern oder anderen Radfahrern, an Autos will ich gar nicht denken. Die Kids sind durch die neuen Möglichkeiten auf dem Rad schnell abgelenkt. Aber darum soll es hier nicht primär gehen, ich will es aber auch nicht unerwähnt lassen, denn in all der Euphorie, wie toll er oder sie es ja schon kann muss man das immer im Hinterkopf haben. Wer sich übrigens Sorgen macht, dass die Kleinen nicht ohne die gute alte Rücktrittbremse klar kommen, den kann ich beruhigen! Mit den modernen V-Brakes und Kinderhand-gerechten Bremshebeln können die Kids problemlos zum stehen kommen! Häufig kennen Sie die Bedienung ja auch schon von den Laufrädern und da bedarf es dann keiner grossen Erklärung mehr.

„Klassische Stützräder sind dann nicht mehr nötig."

Wichtig ist darauf zu achten, dass die Bremszüge sauber und in schönen Bögen verlegt sind, damit die Bremsen auch wirklich leichtgängig sind. Ebenso sollte man die Hebel passend zu den kleinen Händen einstellen. Auch ist wichtig darauf zu achten, dass das Rad die richtigen Reifen für den jeweiligen Zweck hat. In der Stadt bieten die häufig verwendeten Reifen mit glatten Profilen (z.B. Schwalbe Big Apple) eine tolle Leichtgängigkeit beim abrollen. Sollte das Rad aber auch mal auf Wanderwegen bewegt werden, die evtl. geschottert sind, oder auf der Wiese, dann sind Stollenreifen (z.B. Schwalbe Black Jack) Pflicht, damit der Sturz über ein wegrutschendes Vorderrad verhindert wird. Die Reifen kann man und sollte man auch problemlos wechseln.

Und diese Räder haben den Patrick & Paul Test bestanden und sind ihre absolute Empfehlung.

Für Paul habe ich mich für das Early Rider Belter 16 entschieden, über Fahr-Rad-Laden, Gohfeld, ca. 379,-). Besonders gefallen hat uns das Design, da hier HighTech (poliertes Alu und schwarzes Eloxal) mit dem klassichen braunen Sattel kombiniert wurde. Highlight sind die vielen kleinen Details, allem voran der Riemenantrieb, der leise und sauber ist. Ansonsten superleicht und viele speziell für das Kinderrad gefertigte Teile wie Pedale, Tretkurbeln, etc. Die Early Rider werden in nur in relativ geringer Stückzahl produziert und sind häufig vergriffen.

Sensationell und mit noch mehr Feinheiten kommt das Supurb BO16 daher (direkt auf supurb oder auch über Fahr-Rad-Laden, Gohfeld, ca. 499,-). Da sieht man, dass das Rad in enger Zusammenarbeit mit der Edelschmiede Alutech entstanden ist. Das wird klar, wenn man sich die verwendeten Rohre für den Rahmen, oder aber auch der integrierten Sattelstützenklemmung (meinem Lieblingsdetail an dem Rad) ansieht. Technische Überlegenheit ist auch vorhanden durch die Zweigang Automatik von SRAM (ja richtig, Automatik!) die bei einer definierten Geschwindigkeit den Gang wechselt und so dem Kleinen zu mehr Speed oder Kraft verhilft.
Etwas preisgünstiger aber nicht weniger spektkulär ist das Frog 48 (direkt beim Hersteller in England, über Frogbikes , ca. 240 €). Hier gibt es neben einigen einfarbigen Varianten auch eine peppige mit bunten Punkten. Hier ist es auch spannend ein Blick in das Zubehör zu werfen, da es neben vielen Helmen auch abgefahren Sachen wie den Mini Hornit (Lampe und Signaltröte in einem) oder den Handlebar Heroes (schaut es euch selber an

Absolute Vielfalt und einen Konfigurator mit vielen Optionen (teilweise verbunden mit Aufpreis und bei gleichzeitigem Wegfall der Standardlieferung) gibt es bei KUbikes 16 in den Versionen BASIC, CUSTOM und superlight (direkt beim Hersteller, über Kubikes, ab 329,-) Hier kann man u.a. auf die SRAM Automatix upgraden, oder man lässt es, je nach gusto!

Last but not least eins der ersten Kinderräder der neuen Generation, das Islabike Cnoc 16 über Islabikes, allerdings versendet dieser nur innerhalb UK und man muss über irgendeine connection das Rad selbst importieren, ca. 249,- GBP). Hier ist das Rahmendesign mehr an die BMX Räder der 80er angelehnt, aber wie schon erwähnt, dies ist eins der ersten Räder gewesen, wenn man einen Umstieg auf ein Rad mit Pedalen fern der Masse gesucht hat.
Wofür man sich und auch für das Kind entscheidet, ist letztendlich egal, schliesslich sind wir selber ja auch auf einem Puky gross geworden, aber wenn man Spass an den schönen Dingen hat und seinem  Kind vielleicht auch einen klitzekleinen technischen Vorsprung verschaffen will sind die oben genannten Alternativen top! Aber eins ist auch sicher, wenn man mit so einem Rad erstmal angefangen hat, dann muss man eigentlich in der Liga bleiben, und da schiele ich schon auf das Supurb BO20, aber mal schauen, was Paul dazu sagt…

Vielen Dank an Patrick & Paul!!!

Noch ist Pauline mit dem Laufrad beschäftigt, aber sobald es losgeht mit den Fahrrädern, haben wir schon einen klaren Favoriten.

Und wenn auch Ihr mal Lust habt etwas auf unserem Block zu Schreiben, Ihr tolle Tips habt oder etwas Spannendes mit uns teilen möchtet, schreibt uns gerne über info@mytwodots.com. Wir freuen uns!

2 Kommentare

  • Lars sagt:

    Toller Artikel. Gerne hätte ich ihn vor meinem gestrigen Kinderbikekauf gelesen, das hätte mir viel Recherchezeit erspart und Tipps geliefert … Aber letztendlich egal. Auch ohne habe ich gestern ein supurb bo 20 gekauft und mir schon beim zusammenbauen gewünscht, nochmal Kind zu sein. Soooooooo ein tolles bike…

  • Martin sagt:

    Also da wir in den Tiroler Bergen leben und leichte MTBs für uns „normal“ sind haben wir uns für unsere Zwillingsjungs (jetzt 5 Jahre) schon relativ früh umgesehen was so aktuell am Markt los ist wobei ich gerne mehr Geld für gute Ware ausgebe.

    Meine Frau hat dann EarlyRider Laufräder entdeckt und nach einem Besuch auf der Messe in Friedrichshafen war klar, dass die Jungs die Classic Laufräder bekommen sollten – und einen Zwillingsrabatt von den Inhabern der Marke haben wir netterweise auch bekommen, was aber nicht der Entscheidungsgrundlage war.

    Zu Weihnachten dann vom Christkind bekommen, im Frühjahr hinaufgesessen und sofort ging es damit ab. Super, megacool 🙂

    Dann kam ER mit dem Belter 16 heraus und wir haben diese – wieder nach einem Besuch auf der Messe – bestellt. Da alles von Hand in UK gemacht wird, war es gar nicht so leicht 2 davon zu bekommen. Aber wir fanden einen Onlineshop, der uns auch netterweise Rabatt gab und alles kam vor Weihnachten daher.

    Die Freude war groß 🙂 Im Frühjahr dann raufgesessen und los gefahren. Cool! Ohne auch nur ein Problem ging es ab. Die ersten Hundert Meter noch daneben gelaufen und dann voll Gas.
    Die Teile waren zwar teuer – noch dazu weil ja 2 – aber sie sind jeden Euro wert. Megaleicht im Vergleich zu den Mitbewerbern – wir haben uns alle auf der Messe und im Internet angesehen – und einfach stylisch.

    Unsere Modell war noch das mit Slicks (jetzt gibt es ja Varianten) aber ich habe Stollenre (auf Waldwegen einfach stabiler) aufgezogen, aber der Draht der v-Brakes war recht knapp an den Stollen dran. EarlyRider dann so nett und hat uns kostenlos 2 Sätze lângere Bremsarme geschickt und alles war gut.

    Jetzt sind sie wieder raus gewachsen bzw. nach diesem Sommer und die nächstgrößeren stehen an. Wir haben uns das ER 20″er angesehen in der MTB Version, aber die Scheibenbremsen würden die Jungs nur umknicken als auch der Preis bei 2 schon heftig wird. Und sie möchten Farbe und kein „Silber“ mehr.

    Wieder alles verglichen und bei KUbikes gelandet. Im Frühjahr wird es somit 2x das 20er Custom. Zwar nicht so günstig wie die Großen, aber auch viel leichter wie diese, dabei günstiger als ER, und sie sind nicht weit weg von uns. Auch die Individualisierungsmöglichkeiten sind wichtig und Cool ohne dabei noch groß teurer zu werden.

    Was dann in 2-3 Jahren passiert, wissen wir noch nicht, aber das CUBE 24er wiegt 12,5kg und KUbike ca. 8,5-9kg. Somit dürfte allerdings auch hier dann die Weichen gestellt sein 🙂

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