Mein-Kind-will-keinen-Alkohol

am 01.12.2017

Um allen Gerüchten entgegen zu wirken: Nein, ich bin nicht schwanger und ja, ich stehe voll und ganz hinter "Mein Kind will keinen Alkohol". Ob und wie ich mit dem dem Thema Alkohol in der Schwangerschaft umgegangen bin?

Ein paar schockierende Zahlen und Fakten vorweg. Wusstet ihr, dass in Deutschland in jedem Jahr rund 10.000 Kinder mit alkoholbedingten Schädigungen auf die Welt kommen? Ist euch FAS ein Begriff? (War er mir ehrlich gesagt auch nicht so wirklich). Heilbar ist das sogenannte Fetalen Alkoholsyndrom (FAS) auf jeden Fall nicht. Um so schlimmer ist es, dass rund 2.000 Säuglinge unter dem Vollbild leiden und es ihr Leben lang mit sich tragen werden.

FAS, ist eine schwere vorgeburtliche Hirnschädigung des Säuglings durch Alkoholkonsum der Mutter während der Schwangerschaft. Der mütterliche Alkoholmissbrauch wirkt sich dabei auf die gesamte Entwicklung des Kindes im Mutterleib, wie auch auf spätere Entwicklungsstadien aus.

 

 

Ich erinnere mich noch ziemlich genau an die erste Zeit meiner Schwangerschaft. Neben riesiger Freude über das Baby in meinem Bauch, Millionen Glücksgefühlen und dem Wunsch es ALLEN am liebsten direkt zu erzählen, kam auch ziemlich schnell der Gedanke. Es wird allen sofort auffallen, ich trinke ja keinen Alkohol. Geburtstagseinladungen könnte ich notfalls absagen, aber berufliche Dinner? Empfänge? Schlimm, oder? Aber so war es. Das verwirrende und eigentlich lustige war, am Ende ist es niemandem aufgefallen, dass ich eben keinen Alkohol getrunken habe.

Mir im Gegenzug ist jedoch etwas aufgefallen. Jeder einzelne war und ist sehr mit sich beschäftigt. Alle um mich herum waren hauptsächlich mit dem Befüllen ihres eigenen Champagner Glases beschäftigt. Um so später der Abend, desto geringer mein „selbstgemachtes Problem“. Ich habe also keinen Alkohol getrunken und niemandem ist es aufgefallen. Auch auf den Rat einer guten Freundin „ein Gläschen Rotwein tut Dir und dem Baby nur gut“ habe ich nicht gehört. Alleine deshalb, wenn wirklich etwas mit dem Baby gewesen wäre, ich es mir niemals hätte verzeihen können. Obwohl, an Silvester hatte ich den ein oder anderen Gedanken an ein kleines Gläschen verschwendet. Aber auch nur einen Gedanken, an diesem Abend habe ich zwei Flaschen Life Light getrunken. Während der Schwangerschaft mein „Alkohol-Ersatz-Getränk“.

Wie schwerwiegend die Schäden für ein Baby auch bei geringen Mengen Alkohol sein können, war mir dennoch nicht bewusst.

„FAS ist laut WHO die häufigste Ursache geistiger Behinderungen der westlichen Welt."

FAS, die im Mutterleid erworbenen alkohoholbedingten Schäden, die von Gesichtsauffälligkeiten und Wachstumsstörungen über Verhaltensstörungen, fehlender Alltags- und Sozialkompetenz bis zu kognitiven Defiziten reichen, sind unumkehrbar. Und wären zu 100 Prozent vermeidbar gewesen.

 

Zahlen, Fakten & Irrtümer

Es gibt keine Schwellendosis, unter der Alkoholkonsum unschädlich ist.

Laut aktuellen Studien trinken etwa 80 Prozent der deutschen Frauen gelegentlich Alkohol während der Schwangerschaft und sind sich der Gefahr nicht bewusst.

Pro Jahr kommen in Deutschland mehr als 2.000 Neugeborene mit dem „Vollbild“ des FAS, einer schwerwiegenden geistigen und körperlichen Behinderung, auf die Welt.

FAS ist kein Gendefekt und wird auch nicht vererbt. Eine Frau, die FAS hat, kann ungeschädigte Kinder gebären.

FAS führt zu Problemen beim Lernen, Sozialverhalten und im Alltagsleben. Die Defizite sind häufig nicht wieder auszugleichen und können zu lebenslangen Beeinträchtigungen führen.

Alkoholeffekte sind zum Teil bei der Geburt kaum zu erkennen. Erst im Verlauf der Kindheit werden die Schäden deutlich, häufig aber nicht richtig diagnostiziert.

Bei FAS-Betroffenen muss davon ausgegangen werden, dass eine erhöhte Gefahr für eine Suchtentwicklung besteht, da die frühe Gewöhnung an ein Suchtmittel eine Suchtentwicklung begünstigen kann.

FAS ist zu 100 Prozent vermeidbar, wenn während der Schwangerschaft kein Alkohol getrunken wird.

Was ich tatsächlich auch nicht wusste: Alkohol in Speisen verkocht nicht und stellt demnach doch ein Risiko dar! Weitere Irrtümer findet ihr hier.

Frage & Antwort

Können die Folgen von FAS behoben werden?

Nein, die Folgen von Alkoholkonsum in der Schwangerschaft sind unheilbar. Das Kind muss ein Leben lang mit den Auswirkungen leben. Zwar können einige körperliche Probleme chirurgisch behoben werden und spezielle Lernmethoden die mentale Beeinträchtigung mildern. Dennoch bleiben Kinder, die mit FAS geboren werden, in ihrer physischen und geistigen Entwicklung ein Leben lang unter dem Durchschnitt.Quelle: FAS Kinder

Ist auch ein gelegentliches Glas Wein am Abend schädlich?

Es ist nicht wissenschaftlich nachgewiesen, bei welchen Mengen die Schädigung hervorgerufen wird. Ein linearer Zusammenhang zwischen der von der Mutter konsumierten Alkoholmenge und dem Ausmaß embryonaler Entwicklungsschädigungen ist nicht nachweisbar. Daher sollten Frauen während der Schwangerschaft und Stillzeit prinzipiell auf Alkohol verzichten.Quelle: Berufsverband der Frauenärzte

Dürfen Mütter während der Stillzeit wieder Alkohol konsumieren?

Mütter sollten auch während des Stillens konsequent auf Alkohol verzichten, da Alkohol über ihr Blut auch in die Muttermilch übergeht, vom Säugling aber kaum abgebaut werden kann. Für die Gesundheit von Mutter und Kind ist es am sichersten, in der Stillzeit auf den Konsum von alkoholischen Getränken zu verzichten, insbesondere wenn das Baby ausschließlich gestillt wird.Quelle: Nationale Stillkommission/BfR

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2 Kommentare

  • Steph sagt:

    Also das kann ich, wie auch das Rauchen, in der Schwangerschaft nicht nachvollziehen. Wenn man’s mal bildlich veranschaulichen will wäre es das gleiche wie wenn man dem Kind in Flasche Bier füllt und nicht Milch oder dem Kind den Rauch genau ins Gesicht bläst. Kann die Frauen wirklich nicht verstehen die ihrem ungeborenen schon so schaden:( und ich kann mitreden, ich habe auch vor der Schwangerschaft geraucht aber als klar war das ich schwanger bin war das für mich ein no go und ich bin jetzt nicht die Willensstärkste 😉

    Also Mädels, LASST ES SEIN!!!!

  • Anneke Anneke sagt:

    Hurra! Steph & @woodl77 & @mrsdemsas (Instagram) Ihr habt gewonnen! Vielen Dank für´s mitmachen. Bitte schickt uns Eure Adressen zu: info@mytwodots.com. Happy weekend – Anneke

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