Kurzinterview mit Petra Löhr

am 25.02.2015

Petra lebt in Sydney, einem der schönsten Flecken der Erde überhaupt! Der Job als erfolgreiche PR-Beraterin bei Louis Vuitton in Deutschland wurde eingetauscht gegen Sonne, Strand, Familyleben (Mama von Lennox) und den Job als Personal Trainer. Was ist anders, besser und was vielleicht auch schlechter?

Alter: 34
Name: Petra Löhr
Kinder: Lennox Byron
Familienstand: verheirat
Wohnort: Bondi Beach, Sydney

First of all: Wie hat es dich von München nach Sydney verschlagen?

Mein Mann hatte immer schon den Traum eine gewisse Zeit in Australien/Sydney zu leben (ohne jemals hier gewesen zu sein). Manchmal hat man ja einfach so ein Gefühl, das einen an bestimmte Orte zieht. Work and Travel-Visum geht nur bis 30, also musste er irgendwann los und dann kam eines zum anderen. Ich glaube dadurch, dass ich mit zwei Kulturen aufgewachsen bin (meine Mama ist Koreanerin), sind wir schon immer viel gereist und hatten eine gewisse Offenheit für’s Ausland …Sieben Jahre später würde ich sagen: Jeden Tag wenn ich aufwache und auf’s Meer schaue, weiss ich ganz genau warum es uns hierher verschlagen hat.

„Jeden Tag wenn ich aufwache und auf's Meer schaue, weiss ich ganz genau warum es uns hierher verschlagen hat. "

Was ist am Leben hier besser?

Sonne, Sand und Surf sowie der Kaffee…und am besten alles gleichzeitig.

Was vermisst du hier am meisten? Hat es sich verändert seit du Mama bist?

Routine nach Landung in voller Vorfreude: Süddeutsche, Hofpfisterei und Bratwurstsemmel vom Viktualienmarkt. Ich bin ein absoluter Familienmensch, was etwas schwierig ist, wenn man für ein Treffen mit Familie und Freunden erstmal 30Std auf Reisen gehen muss – und mit Kind kommt es einem dann wie gefuehlte 60Std vor. Ja man kann sagen, ich vermisse es bei meiner Mama auf ein frisch gekochtes Essen inklusive Fussmassage vorbeizufahren. Diese Sehnsucht hat sich auf jeden Fall intensiviert seit der Kleine da ist.

„Süddeutsche, Hofpfisterei und Bratwurstsemmel vom Viktualienmarkt."

Du hast vorher bei Louis Vuitton PR gemacht, hier arbeitest du als Personal Trainer. Vermisst du deinen alten Job?

Mhm, vermissen kommt irgendwie vom Herzen, das wäre übertrieben, das habe ich nicht. Allerdings habe ich schon Momente, in denen ich mir vorstellen könnte, wieder was in die Richtung zu machen. Louis Vuitton ist in meinen Augen ein unglaublich spannendes Unternehmen mit grossem Facettenreichtum und tollen Produkten. Ich habe den Job wirklich sehr gerne gemacht.
Personaltraining war für mich anfangs eher ein Versuch, eine meiner Leidenschaften zum Beruf zu machen und andere Menschen zu etwas zu motivieren, was für mich selbstverständlich ist. Es ist definitiv ein sehr erfüllender Beruf, der auf einer sehr persönlichen Ebene stattfindet und Leben verändert – das passiert nicht wirklich, wenn man Handtaschen und Schuhe in der Welt rumschickt ☺. Allerdings bringt der Job auch viele Anforderungen mit sich, die mit Kind nicht mehr so gut vereinbar sind. Für mich, ist/war der Job für einen gewissen Lebensabschnitt perfekt und für die Zukunft kann ich mir auf jeden Fall eine Rückkehr in die PR Landschaft vorstellen.

Ist der Umgang mit Kids hier anders? (draußen etc)?

Ich weiss ja nicht ganz genau wie es in Deutschland wäre aber schätzungsweise muss man die Kleinen im Winter erstmal in vier Schichten packen, bevor man überhaupt vor die Tür gehen kann. Das ist hier natürlich ganz anders. Wir sind definitiv mehr draussen als drinnen, der Nachmittag am Strand gehört zum Alltag und man kann barfuss und nur in Badesachen das Haus verlassen. Statt Kleidung, gibts allerdings Sonnencreme in Schichten.

Wie sieht ein typischer Tag von euch aus?

Spielplatz oder Park mit Freunden, Plantschen am Beach und unseren kleinen Gemüsegarten hegen und pflegen. Zwischendurch einkaufen sowie viel und lecker kochen. Sollte es doch mal regnen, gibts Bücher und Kissenkämpfe.

Körperkult ist riesig vor allem hier in Bondi. Die Mums hier sind sowas von gut in Form wie du auch. Was tust du dafür?

Bondi ist ein bisschen wie LA. Irgendwie trainiert immer irgendjemand irgendwas. Softsand Running, Schwimmen, Laufen, Boxen, Boot Camps, etc. Und die, die nicht draussen trainieren, sind entweder im Yoga, Pilates oder im Gym. Und wenn man selber gerne Sport treibt, steckt das natürlich an. Und wenn dann auch noch früh die Sonne aufgeht und ein blauer Himmel lockt, noch viel mehr.
Ich hatte vor der Schwangerschaft eine sehr vielseitige Routine aus Krafttraining, Laufen, Schwimmen und Yoga. Da ich jetzt einfach nicht mehr die Zeit habe und ich mich auch nicht wirklich nach Gewichte stemmen fühle (hab ja meine Dauerhantel immer dabei;-), versuche ich 2 mal die Woche zu laufen und 2-3 zum Hot Power Yoga zu gehen, ist eine Art Vinyasa Flow bei 30Grad und definitiv ein starkes Workout. Plus ist es ein bisschen wie in die Kirche gehen oder Meditieren und gleichzeitig eben auch körperlich aktiv zu sein. Generell bin ich überzeugt, dass man sich für seine jeweiligen Lebensumstände einfach das raussuchen sollte, was man realistisch auch wirklich umsetzt und einem Spass macht. Darüber hinaus spielt die Ernährung natürlich auch eine grosse Rolle. Hier liegt Bondi in meinen Augen bzgl. Food Trends ziemlich weit vorne. Wenn es darum geht, was bei uns zu Hause auf den Tisch kommt, bin ich ziemlich öko. Ich folge keiner bestimmten Ernährungsregel/-trend aber achte vielmehr auf Frische und Herkunft von Obst, Gemüse, Fleisch, Fisch, Brot und Milchprodukten. Es gibt auch mal Schoki oder Eis, generell allerdings wenig Zucker und kein Processed Food. Ansonsten eine gute Mischung aus dem oben aufgeführten Allerlei.

„Bondi ist ein bisschen wie LA. Irgendwie trainiert immer irgendjemand irgendwas."

Wie haltet ihr Kontakt zu Oma & Opa?

Telefon, Skype und Ansichtskarten

Ist Lennox mehr Deutscher oder mehr Australier? Was wünscht du ihm aus beiden Kulturen?

Den Surfer Dude von den Ozies, den fussballspielenden Intellektuellen (geht das überhaupt ☺) von den Deutschen. Ganz ehrlich, I don’t care. Er hat ja beide Staatsbürgerschaften und im Moment ist es eine gute Mischung. Wir sprechen zu Hause deutsch und draussen englisch, das klappt bis jetzt ganz gut.

Ihr überlegt Ende des Jahres zurückzukommen. Was ist der Grund?

Familie und Freunde. Deutschland. Der Deutsche an sich.

Must Haves für Kinder:

Cap und Sonnencreme, Rashie und Boardshort

Lieblingssport

Yoga, Laufen, Schwimmen und so was wie Surfen (kann leider noch nicht so bezeichnet werden).

Lieblingscafés / Restaurants:

Mein absolutes Lieblingscafe und zweites Wohnzimmer ist das ‚Depot‘ hier bei uns in North Bondi. Ansonsten mindestens einmal die Woche ‚Hill Eatery‘ mit Babyphone. Kaffee gibts vom ‚Bru‘. Alle drei bei uns ums Eck.

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