Interview mit Saskia Diez

am 05.02.2015

Name: Saskia Diez Beruf: Designerin und Gründerin von Saskia Diez, einem Label für Schmuck und Accessoires,

Kinder:

Selma (bald 10), Helena (bald 8), Nikolaus (bald 6)

Ihr lebt in der Stadt? Habt ihr irgendwann über das Land nachgedacht?

Wir leben gerne in der Stadt. Bisher zieht es uns nicht aufs Land, ausser in den Ferien.

Wie wird man Schmuckdesignerin?

Von meiner Ausbildung her habe ich Goldschmiedin gelernt und später Industriedesign studiert und bei verschiedenen Designern und für ein paar Firmen gearbeitet, alles im Bereich Industriedesign. Deshalb empfinde ich mich eigentlich nicht als Schmuckdesignerin. Ich mache gerne Sachen und meistens ist es Schmuck.

Ist dein Job Beruf oder Berufung?

Berufung

Hast du ein persönliches Lieblingsteil?

Einige, das wechselt aber je nachdem, woran ich gerade arbeite, ob es Winter ist, oder Sommer, und auch die Stimmung spielt eine Rolle. Ich trage gerne etwas an den Ohren, die breiten STRIPE earcuffs zB. Und zum Ausgehen gerne lange Ohrringe, die long FRINGES oder multi PAILLETTES.

Ihr seid zwei sehr kreative Menschen, merkt ihr das auch schon bei den Kindern? Talent?

Sie sind sehr interessiert und neugierig und malen und zeichnen alle gern, denken sich Geschichten aus und spielen viel. Sie basteln in der Werkstatt, können mit vielen Werkzeugen umgehen. Man merkt schon, dass sie da viele Möglichkeiten ausprobieren können, ich denke, das ist das beste, was wir ihnen bieten können. Aber ich denke auch, sie sind einfach noch in dem Alter, in dem sie ihre Eltern als ihre Helden ansehen und das machen wollen, was die machen. Das wird sich ändern. Und ich bin sehr gespannt, was aus ihnen werden wird.

Haben deine Kinder Ohrlöcher?

Zum 5. Geburtstag habe ich es erlaubt, davor fand ich es zu früh, auch wenn sie das gern gehabt hätten.

Nachhaltigkeit ist dir sehr wichtig für dich. Lebst du das auch in Bezug auf deine Kinder und wenn ja, wie?

Wir haben kein Auto und wohnen zentral. Die Kinder fahren mit dem Rad in die Schule, das meiste kann man zu Fuss erreichen und ansonsten bin ich Mitglied bei diversen Carsharings. Und wenn man mehrere Kinder hat, werden die Kleider natürlich auch mehrfach getragen und vieles davon wandert dann noch zu diversen Cousins und Cousinen.

Wie vereinst du Kind und Karriere?

Ich hab mein Label gestartet, da war die erste schon da und die zweite fast. Beim ersten Mal in Paris, als ich dort meine Kollektion gezeigt habe, war ich hochschwanger, und beim zweiten mal hatte ich einen Säugling dabei. Anfangs habe ich viel abends und nachts gearbeitet, oder einfach auch immer dann, wenn das Baby geschlafen hat oder gespielt. Ich habe alleine angefangen, und es war mein eigener Job, also musste ich mich nach niemandem richten, was meine Zeiten angeht, und ich habe alle drei, als sie jeweils ein Jahr alt waren, in eine Kinderkrippe gebracht. Aber ich fand auch immer, dass diese erzwungenen Pausen, wenn man jemand in die Krippe bringt oder abholt oder in den Kindergarten oder zum Kinderarzt etc einem oft auch Freiheit im Kopf geben, für die Gedanken und das hilft dann wieder der Kreativität. Besonders, als die Kinder noch kleiner waren, wurde ich auch von den Großeltern unterstützt, wenn ich unterwegs war.

Wenn man eure Kinder fragt, was habt ihr für Berufe?

Als meine Große noch im Kindergarten war, hat sie immer gesagt, meine Mama, die macht Schmuck, und mein Papa: nix. Das kam glaube ich daher, dass Stefans* Arbeit manchmal abstrakter war, jahrelange Entwicklungszeiten an Projekten, viel Computerarbeit. Sie kam oft aus dem Kindergarten und sagte, wenn ein Praktikant an Modellen für Möbel baute: Der ist der einzige, der arbeitet, Ihr anderen spielt ja nur am Computer.
Das hat sich aber natürlich geändert und jetzt sagen sie: meine Eltern sind Designer, meine Mama macht Schmuck und mein Papa Möbel. Manchmal sagt der Kleine noch, wir seien Erfinder.

Du bist eine junge Mama. War das immer dein Wunsch?

Ich war mir immer unsicher, ob ich überhaupt Kinder möchte. Dann war ich auf einmal schwanger und die Unsicherheit war weg. Ich fand es aber schön, eine junge Mutter zu sein. Jung schwanger zu sein. Wenn man Kinder bekommt muss man ja auch einiges aushalten und das steckt man vielleicht auch einfacher weg und der Körper auch.

Fotos: Oliver Spies

* Stefan Diez ist ein erfolgreicher deutscher Industriedesigner.

Mit welchem Vorurteil wolltest du bezogen auf das Mamasein aufräumen?

Working moms sind nicht unbedingt die herzloseren und schlechteren Mütter. Vor einigen Jahren gab es mal ein SZ Magazin, da ging es um Mütter un Töchter. Und da sagte die Tochter von Sonya Rykiel diesen Satz, der mich sehr berührt hat:, und der auch Mut macht: „Sie hat wegen uns Kindern nie ihr eigenes Leben vernachlässigt, uns aber immer sehr viel Liebe gegeben und uns von klein auf ernst genommen.“

Wie sieht ein typischer Familienurlaub bei euch aus? Städtereise, Fernreise, Cluburlaub….

Ein Häuschen mieten, in der Nähe vom Meer, in der Nähe von einem Dorf. Oft Italien, letztes Jahr Sardinien, was großartig war. Da Stefan und ich beide immer wieder viel unterwegs sind, suchen wir in den Ferien mit den Kindern eher Ruhe. Wir waren zweimal als Familie in Indien, weil wir dort Freunde haben, die wir besucht haben.

Drei Must-Haves für jede Mama?

Gute Laune, gute Nerven, Gelassenheit.

Gibt es ein Lieblingskinderbuch? Und welches Spielzeug sollte jedes Kind haben?

Die drei Räuber und Wo die wilden Kerle wohnen. Ein
Bobbycar, ein Laufrad und ein Dinosaurier.

Weitere Informationen zur Saskia Diez Kollektion.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.