Jedes Kind is(st) anders

am 31.05.2015

Nach den Themen Stillen und Schlafen gehört das Essen defintiv zu den Top 3 des ersten Lebensjahres oder sogar darüber hinaus. Viel besprochen und trotzdem is(s)t jeder Zwerg anders. Aktuell will Matilda nicht das Mittagessen in der Kita essen. Was macht man also - Ruhe bewahren und eigenes Essen mitbringen...

Was im Himmel ist Beikost?

Das Thema Beikost war für mich anfangs so neu wie das Thema Nachwehen und eigentlich auch alles andere. Die große Frage: Wann fange ich damit an, was gibt es dann und vor allem: Ab wann ist Matilda dafür bereit? Wie bei allen anderen Themen geben hier in aller Regel das Umfeld (Freunde mit Kindern, Eltern, Kinderarzt und Co. ) oder das Kind selbst den Anstoß.

Bei uns war es eher ersteres. Die Quittung kam prompt: Denn Matilda war einfach noch nicht so weit. Wir haben es nach knapp einem halben Jahr versucht. Die Folge: Die ersten 1-2 Mal gingen ganz gut (Pastinake fand sie grauenvoll – ich kann es gut nachvollziehen!), stattdessen wurde ein simpler und süßlicher Möhrenbrei bevorzugt. Danach war prompt Schluss. Sie hat geweint, war unglücklich und alles wanderte wieder raus aus dem Mund und mir vor die Füße. Einzig gut an der Sache fand sie ihre Wippe, in der wir die ersten Fütterversuche unternommen haben. Als diese dann ad-hoc auch nur noch angebrüllt wurde, war klar: Wir alle brauchen eine Pause.

Irgendwann war sie dann soweit und peu à peu ging es dann los mit Kartoffel-Möhrenbrei. Obst in allen Varianten, vor allem Apfel/Banane und WICHTIG: alles ganz langsam Stück für Stück und gut püriert. Die Fläschchen wurden dann auch reduziert. Seit ihrem ersten Geburstag ungefähr gibt es eine Flasche abends und eine morgens und seit ungefähr 2-3 Monaten schläft sie nachts auch mehr oder weniger durch.

ABER: Noch immer mag sie es sehr püriert. Vom Stadium „unser Essen mit essen“ ist sie noch weit entfernt. Aktuell in der Kita wird das Essen bis auf Brot in allen Varianten (Brezen, Knäckebrot) und Pudding, Quark, Nachtisch jeder Art komplett verweigert.

Da anfangs eigentlich nur selbst gekocht wurde, war es eigentlich auch kein Problem, dass sie es noch nicht wollte. Natürlich schade um das Essen und die Arbeit, aber die Portionen konnten minimiert werden und der Rest wurde einfach eingefroren. (Tipp: In Eiswürfelbehälter einfrieren, so hat man unkompliziert mini Portionen)

Das gab’s zu essen:

Wir haben versucht – vor allem anfangs – selbst zu kochen. Ob man kocht oder nicht, muss jeder selbst entscheiden. Für uns war die Vorstellung, dass Matilda ausschließlich Nahrung aus dem Gläschen bekommt, seltsam. Es ist doch nett, wenn ein Kind weiß, wie eine Möhre aussieht…Das hat auch ganz gut funktioniert. Zu beginn nach Rezept, später freestyle, was einem gerade so eingefallen ist. Riesen Portionen wurden bei uns wirklich nur sehr anfänglich „produziert“. Wer will schon jeden Tag das gleiche essen?

Ziel deshalb langfristig und es klappt so ab dem 9 Monat plus minus 2-3 Monate): Sie isst jetzt zumindest zutatenseitig mehr oder weniger unser Essen. Trotzdem kommt man um Gläschen nicht herum (finden wir zumindest) und das ist auch nicht so schlimm. Wir wollten einigermaßen flexibel sein und so gibt es auch Mr. Hipp und Co. Vor allem die Spagetti Bolognese und Schinkennudeln kamen & kommen sehr gut an.

Speiseplan aktuell:

Morgens: Müsli mit Obst (Obst ist im Dampfgarer gekocht und besteht aus allem, das uns gerade einfällt: Banane, Apfel, Erdbeeren, Kiwi, Mango…)

Mittags: Pasta, Kartoffel, Gemüse und Co. das klappt mal mehr, mal weniger gut

Nachmittags: Je nach Laune, mal ein Obst mit Getreide oder auch ein Quetschbeutel (das ist auch so ein Phänomen – es handelt sich um diese Fruchtbeutel im Regal, die man anfangs nicht zuordnen kann. Überteuert, eine Schweinerei beim Essen, Kind liebt sie aber) oder auch mal Breze und Co.

Abends: Haferbrei mit etwas Milchpulver und Gries. Super pampig, sie liebt es und seitdem sie das isst, wird auch sehr gut geschlafen.

 

Ein paar gute Hilfsmittel:

Man kann natürlich einfach einen Topf nehmen und es funktioniert. Wir hatten einen Dampfgarer von Avent (siehe unten) speziell für Babynahrung und waren/sind damit sehr zufrieden. Andere schwören auf den Thermomix von Vorwerk oder aber einen einfachen Aufsatz zum Garen.

Thermomix von Vorwerk. Multifunktionsgerät auf das viele Muttis schwören, u.a. auch Anneke (wobei sie ihn schon vorher hatten). Hat den Vorteil, dass man damit wirklich alles machen kann. Für Babynahrung gibt es eigens ein Kochbuch. Nachteil: Mit einem Anschaffungspreis von über 1.000 € recht teuer.

Wir haben uns den Baby Dampfgarer von Avent gekauft. Er kann garen und mixen. Das funktioniert recht gut. Anschliesend kann alles in die Spülmaschine. Nachteil: Durch Zutaten wie Möhren und Co. verfärbt er sich schnell unschön und ist zwar sauber, sieht allerdings unhygienisch aus und er ist was die Füllmenge angeht recht klein. Dafür ist er einigermaßen leicht zu transportieren (und auch zu verstauen in der Küche) und ist mit uns u.a. nach Südafrika gereist (die beste Entscheidung überhaupt!). Über Amazon, ca. 100 €

Schon lange auf dem Markt und Vorreiter in Sachen Babykocher bzw. Garer ist der Beaba. Das Design ist hübsch und es gibt zahlreiche Angebote. Vom Solo, den man nur mit einer Hand bedienen kann, bis Duo, bis Original gibt es alles in verschiedenen Farbvarianten. Optisch auf jeden Fall unser Favorit unter den Kochern. Praktisch gedacht würden wir vermutlich den Solo (in Farbe oben) kaufen, da er nicht soviel Platz wegnimmt und super  zum Reisen geeignet ist. Über Babyartikel ab ca. 110 €

Der Dampfgarer von Chicco kann ähnlich wie der Kocher von Avent auch garen und mixen. Über amazon, ca. 100 €

Ein Rezeptbuch für Babybreis kann nicht schaden anfangs. Später funktioniert es auch gut ohne. Wir hatten „Babybrei, der sichere Einstieg“. Über amazon, ca. 17 €

Flache Löffel für den Start. Zu tiefe Löffel sind für den Anfang schwierig. Von dm ca. 4 €

Essens-Set von Petit Jour. Über Smallable, ca. 35 €

Ein Lätzchen muss sein und am besten mit langen Armen – vor allem für später – abwaschbar ist auch praktisch von Lässig. Über ladenzeile, ca. 12 €

Ein paar Dinge, die wir gelernt haben bis dato:

* Nicht jedes Kind isst gerne mit den Händen (Matilda mag es nicht, wenn es z.B. zu klebrig ist, Pauline liebt es).

* Zähne sagen nichts darüber aus, ob Kinder gerne Stücke essen. (Matilda hatte sehr früh schon 8 Zähnchen und hasst es bis heute, Stücke zu essen bzw. tut sich schwer damit. Pauline hatte lange keine Zähne und fand Stücke viel besser als Püriertes).

* Es kann immer wieder „Rückschläge“ geben. Das heißt, Kinder scheinen super gerne zu essen und es läuft super mit dem Brei und plötzlich verlangen sie wieder mehr nach Milch. Oft „zahnen“ sie dann und haben vielleicht Schmerzen beim essen oder aber sie vermissen einfach ihre Milch. Das gibt sich auch von ganz alleine wieder.

* Wie alle Menschen, mögen auch Kinder nicht alles. Es ist einfach so.

* Nudeln mag eigentlich fast jedes Kind.

* Pastinake wird überbewertet. Weder Pauline noch Matilda mochten es sonderlich.

* Möhre verstopft – also nicht wundern…

* Banane verursacht komische braune Schlieren in der Windel – nicht erschrecken, es sind keine Würmer! (Bananen stopfen auch eher).

* Ab der Beikost riechen die Windeln definitv anders…

* Auch Trinken (Wasser oder Tee aus der Schnabelltasse, dem Trinkbecher etc.) dauert bei jedem Kind unterschiedlich lang. Matilda macht das richtig erst seit ungefähr 6 Wochen – sprich mit 14 Monaten. Pauline liebt es zu trinken.

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