Nichts für „Nicht Stillende“

am 14.03.2016

" Milchstau" ein Thema, das mir vor der Geburt meiner zwei Töchter nicht einmal ein Begriff war. Gleichgestellt mit dem Milcheinschuss - ich hatte ja keine Ahnung. Und eines steht fest, es gibt verwirrend viele Meinungen, tausende von Chats und abermals viel Ratschläge und Tips.

Ich weiss noch, dass ich nach der Geburt von Pauline so gedacht habe „ich weiss gar nicht, warum sich alle so über das Stillen beschweren. Schmerzen?“ Bei mir keine Spur davon – „klappt doch super“.

Was ich nicht wusste, der eigentliche Milcheinschuss passiert erst 2-4 Tage nach der Geburt – da wurde ich dann schnell eines besseren belehrt. Stillen schmerzt! Und das nicht zu knapp!

Die erste Muttermilch direkt nach der Geburt ist meist sehr gering und auch ein Grund dafür, warum sich das Geburtsgewicht bei Säuglingen noch im Krankenhaus meist anfangs reduziert. Mir wurde gesagt, dass 7% noch im Rahmen seien, ab 10% Gewichtsabnahme jedoch per Fläschchen zu gefüttert werden muss.

Und jetzt zum Milchstau. Ich muss vorweg sagen, dass wir natürlich nur aus Eigenerfahrung sprechen können und keinerlei medizinische Verantwortung übernehmen können oder auch medizinische Ausbildung haben. Dennoch das hat bei uns geholfen.

Der Busen spannt, ist prall, es bilden sich Knüddelchen, tut höllisch weg und im schlimmsten Fall kommt Fieber hinzu – der Milchstau.

Wichtig:

1. Einen gut sitzenden BH tragen, der Busen muss fest sitzen und darf sich beim Laufen nicht bewegen.

2. Beim Abstellen, ob nun mit Pumpe oder beim Stillen, die Brust muss angewärmt werden. Kirschkernkissen oder Wärmepads aus der Mikrowelle sind super dafür.

3. Anschliessend muss die Brust gekühlt werden. Meine Hebamme empfiehlt kalte Quark Kompressen. Aber auch Kühlpads wirken Wunder.

4. Eine Freundin schwört auf Kohlblätter (selbst aber nie ausprobiert).

5. Parallel hat mir meine Frauenärztin Paracetamol 500 empfohlen. Wirkt entzündungshemmend und ist auch während der Stillzeit vertretbar.

6. Eine elektrische Pumpe bekommt du auf Rezept bei deiner Frauenärztin und wird auf Kaution in deiner Apotheke ausgeliehen. Du solltest aber trotzdem vorab bei deiner Apotheke anrufen, nicht jede von ihnen hat sie gerade auf Lager. 200 € Pfand waren bei uns Pflicht.

7. Die Milch in jedem Fall einfrieren. Hier eignen sich die Muttermilchbeutel von Lansinoh super – man weiss ja nie.

8. Aber auch beim  Abpumpen mit der elektrischen Pumpmaschine ist Vorsicht geboten. Je mehr gepumpt wird, um so mehr Milch produziert der Körper. Ist also schon im Vorfeld zu viel Milch da, sollte wirklich nur bering und in kleinen Mengen gepumpt werden.

Sollte all das nicht helfen, solltest du in jedem Fall einen Arzt aufsuchen oder mit deiner Hebamme sprechen.

Was aber beim Abstillend hilft und damit auch zur Milchreduzierung (aber wichtig!!! Nur sehr gering dosiert – nicht, dass die Milch dann völlig ausbleibt) waren bei uns folgendes:

1. Salbeitee

2. Globuli – Phytolacca D4 – zur Regulierung der Milchmenge. 3x täglich 5 Kügelchen

3. Nimmt die Milchproduktion wirklich kein Ende, hat mir meine Frauenärztin ein Abstillendes Medikament empfohlen, welches wirklich nur sehr gering dosiert und immer mit einem Arzt abgesprochen, eingenommen werden darf. Bromocriptin 2,5 mg von Ratiopharm. Eine halbe Tablette reicht meistens zur Regulierung und Reduzierung aus.

 

Lässt sich der Schmerz auch nur irgendwie ertragen – in jedem Fall durchhalten!!! (Leichter gesagt als getan 😉 Good Luck…

2 Antworten zu “Nichts für „Nicht Stillende“”

  1. Linda sagt:

    Danke für die hilfreichen Tipps!
    Eine Anmerkung habe ich allerdings: Paracetamol wirkt leider nicht entzündungshemmend, sondern lediglich schmerzlindernd und fiebersenkend. Will man auch eine entzündungshemmende Wirkung, wäre Ibuprofen Mittel der Wahl – dies sollte aber vorab nochmals mit dem Artz/der Ärztin besprochen werden.
    Herzliche Grüße Linda

    • Anneke Anneke sagt:

      Liebe Linda, wir sind für jeden Tip und Kommentar dankbar 😉 Ich hoffe, dass ich den Rat vorerst nicht mehr benötige, wenn aber doch, dann werde ich meine Ärztin fragen ob Ibuprofen dann nicht sinnvoller wäre. liebe Grüße Anneke

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