Okö-Serie Teil 3: Ecofriendly, das ist das Prinzip von Inez – auch in ihrem Shop

Lilian am 05.04.2015

Viele haben es schon gesehen, das super sympathische Gesicht der dänischen Schauspielerin Inez Bjørg David. Sie ist aber nicht nur wunderhübsch, sondern auch engagiert, klug und ein wirklicher "Gutmensch". Ihren Shop "miwai" betreibt sie mit viel Leidenschaft in Berlin. Anfangs nur online, inzwischen auch mit kleinem Laden in Prenzlauer Berg.

Name: Inez Bjørg David

Alter: 33

Beruf: Schauspielerin & Unternehmerin

Kinder und Alter: Zwei Kinder im Alter von 4 (Mädchen) und 3 (Junge)

Verheiratet? Nein

Wie kam es zur Gründung deines Stores für vegane und faire Eco Fashion?

Also, der Store ist nicht 100 % vegan, das finde ich wichtig zu betonen. Wir führen zum Beispiel auch Wolle, aber kein Leder. Ich überlasse meinen KundInnen selbst die Entscheidung, wie vegan sie leben wollen – ökologisch ist ja alles bei uns.
Naja, die Frage war eine andere: Ich habe mein ganzes Leben den tiefen Wunsch etwas zur „Rettung der Welt“ beizutragen. Dies ist ein Anfang für mich um unser Leben hier auf der Erde positiv zu beeinflussen.

„Ich habe mein ganzes Leben den tiefen Wunsch etwas zur "Rettung der Welt" beizutragen. Dies ist ein Anfang für mich um unser Leben hier auf der Erde positiv zu beeinflussen."

Was bedeutet Miwai?

Ach, das ist ein Name, der aus einem längerem Brainstorming mit Mirko (Anm.: Mirko Lang ist ihr Lebensgefährte und ebenfalls Schauspieler) entstanden ist, mit im Boot waren Variante wie „MyWay“. „Miwai“ fanden wir subtiler, optisch schöner und es ist jedem überlassen wie er es aussprechen möchte…

Hatte die Tatsache, dass du jetzt Mama bist damit etwas zu tun? Ich merke, dass der viel bewusstere Konsum vermehrt da ist, seit Matilda auf der Welt ist.

Na klar. Vor allem, da ich meinen Kindern vorleben möchte, dass man alles machen kann was man möchte. Und der Gedanke, dass wo anders in der Welt meine Tochter ihr letztes Jahr als „Kind“ gerade durchleben würde, bevor sie dann anfangen müsste zu arbeiten… ist abstrus!

„...der Gedanke, dass wo anders in der Welt meine Tochter ihr letztes Jahr als "Kind" gerade durchleben würde, bevor sie dann anfangen müsste zu arbeiten… ist abstrus! "

Wie wählst du deine Labels aus? Ist es schwer, schöne und ökologisch bewusste Dinge zu bekommen?

Nein, es ist gar nicht schwer! Das war ja genau meine Überlegung mit dem Shop: die schönen Sachen irgendwie zusammenzuführen. Die wenigsten Konsumenten schauen bei Google auf Seite 15, wenn sie sich mal was gönnen wollen.
Über die verschiedenen Öko-Messen, wie die Ethical oder den Green Showroom in Berlin, ist es sogar sehr leicht, schon geprüfte Labels zu finden.

Was sind die Must Haves deines Stores für Muttis, die man haben sollte und weshalb?

Aaah, die eigentlichen Teile kommen ja noch – wir sind gerade in den Startlöchern mit den Sommerkollektionen 2015 🙂 aber von unseren Klassikern muss ich diese erwähnen:

Meine momentane Lieblingsjeans: von MUD, ca. 110 €

Leggings!!!! von Neonow Ökologische, ca. 40 €

Das perfekte Unterkleid! Von Alma & Lovis, ca. 60 €

Um auch beim Yoga zuckersüß auszusehen. Von Mandala Yogic Fashion, ca. 60 €

Meine Lieblingspumps, die ich auf fast jedem roten Teppich trage. Von Nae, ca. 100 €

Wer sind deine Kunden?

Meistens Frauen wie ich: Mütter, ab 30, die ihr eigenes Geld verdienen. Aber auch immer häufiger Männer (Väter).

Worauf sollte man als Konsument und Mama / Papa achten wenn es um eco Fashion für Kinder geht? Es ist ja wirklich etwas verwirrend…

Na, was ist denn verwirrend? 😉 Die Zertifizierungen? Das bleibt leider auch die nächsten 5-10 Jahre so. Aber wichtig ist natürlich die FAIRE Herstellung. Kein Kind sollte für ein anderes Kind Klamotten nähen! Und heutzutage sollte Bio-Baumwolle selbstverständlich sein. Auch wenn es hier mal schwierig sein kann für die ganz kleinen Labels, da sie als letztes beliefert werden…

„Kein Kind sollte für ein anderes Kind Klamotten nähen! "

Wie konsequent lebst du selbst nach den veganen Prinzipien und gilt das auch für deine Kinder und deine Familie?

Ich selbst trage Wolle von glücklichen Tieren, die die Lebensgrundlage für Familienbetriebe aus verschiedenen Ecken der Welt bieten.
Essens-technisch koche ich für mich selbst vegan, und die Kinder und auch Mirko essen das gerne mal mit. Die vegetarische Wurst auf dem Brot ist mittlerweile die Lieblingswurst der Kinder. Die dürfen aber essen was sie wollen. Ich finde es wichtig kein Thema daraus zu machen – ich bin mir sicher, das werden sie selbst irgendwann tun. Wenn ich unterwegs bin, sage ich immer: hauptsache vegetarisch! Es ist (ausser in Berlin, vielleicht) oft sehr schwer in Restaurants veganes Essen zu bekommen und auch bei Freunden oder Bekannten, die sich nicht mit der Thematik beschäftigt haben, ist es schwer zu verstehen, was es genau heißt. Soziales geht mir da vor – und kein Fleisch auf dem Teller.

Kaufst du selbst auch bei den üblichen Verdächtigen großen Ketten?

Ah, eins meiner Lieblingsthemen! Hier muss man sagen: C&A ist der größte Abnehmer WELTWEIT von BIO Baumwolle, direkt dahinter H&M. Beide Ketten machen damit ein wenig „Greenwashing“ und mischen die Bio Baumwolle mit konventioneller Baumwolle. Dies ist völlig legal – wie ein Roggen Brot auch nur 30% Roggen beinhalten muss, muss auch „organic cotton“ nur 30% Bio Baumwolle enthalten.
Dies ist aber ein großer Erfolg für die nachhaltige Industrie, und ganz ehrlich auch für uns und die Erde. H&M haben auch als erstes großes Label eingeführt, dass jeder Kunde ohne Bon seine alte H&M Kleidung in der Filiale wieder abgeben darf, und diese soll dann direkt recycelt werden – die Aufarbeitung der Faser ist immer noch experimentell aber ein existentieller Teil des zukünftigen nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen. Müll als Rohstoff sozusagen – UND jeder Produzent ist für seinen eigenen „Müll“ (in diesem Fall, Kleidung) verantwortlich.
Long story short: Richtig böse finde ich viel eher die etwas teueren Marken, die sich mit einem Saubermann Image dem Shitstorm gar nicht stellen müssen wie H&M: Gucci, Prada, Esprit, Nike…
Und nein, seitdem ich den Shop habe, und direkt an der Quelle sitze, kaufe ich für meine Kinder nichts was nicht ökologisch hergestellt worden ist.

Dein Slogan lautet „Change can be so beautiful“. Das ist toll, denn ich glaube auch, dass man im kleinen anfangen muss und jeder seinen Beitrag leisten kann. Wenn du drei Wünsche hättest, was würdest du für deine Kinder verändern wollen?

Uh, bei Wünschen werde ich schnell etwas „fantastisch“… aber dafür sind sie ja da, oder?
1. Ich würde jede Wut mit Liebe ersetzen
2. Jede Produktion auf Cradle to Cradle umstellen
3. Wasser und Essen gerecht verteilen
Eine perfekte Welt ohne Krieg, Hunger und Zerstörung der Erde also…

„Eine perfekte Welt ohne Krieg, Hunger und Zerstörung der Erde also..."

Wie vereinbarst du den sicherlich stressigen Job als Schauspielerin, den Laden, Online-Store und deine Familie?

Wenn ich jetzt sage, dass ich ja noch viel mehr mache als das? Botschafterin des Weltzukunftsrats, Beirat vom Cradle to Cradle e.V., Drehbücher schreiben… Ich lebe immer und gerne im kreativem Chaos 😉 Seitdem ich die Kinder habe, habe ich es mir zur Aufgabe gemacht auch die Ruheräume bewusster zu suchen und kreieren.
Und außerdem bin ich ja mit all dem nicht alleine, sondern habe auch Mirko – die Männer von heute müssen schon viel (ab)können.

Berlin ist eine sehr große Stadt, viele haben mit Kind den Wunsch ins Grüne zu ziehen. Seid ihr Stadtmenschen?

Mirko ja, ich nein! Wir haben auch ein Haus in Brandenburg, hier versuchen wir viel Zeit zu verbringen. Das tut uns allen gut, vor allem den Kindern.

Dein Mann ist auch Schauspieler, für viele klingt das super glamourös, würdest du deine Kinder bei diesem Berufswunsch unterstützen?

Niemals! haha. Vielleicht eher so: Wenn sie es unbedingt wollen, natürlich würde ich sie dann unterstützen, aber in die Richtung drücken: niemals!

Eine etwas seltsame Frage: Dürfen eure Kinder fernsehen? Haben sie euch schon gesehen? Verstehen sie das schon?

Ja, sie dürfen ab und zu fernsehen. Aber uns sollen sie nicht sehen. Ein Mal haben sie aus versehen mich in einem Märchen gesehen (um Weihnachten rum), und das war dann Gesprächsthema für mehrere Wochen, obwohl ich sofort umgeschaltet hatte.

Was wolltest du schon immer mal loswerden?

Das Leben ist gut.

„Das Leben ist gut."

Noch ein paar allgemeine Fragen:

Kita oder Tagesmutter?

Ich bin selber hin und her gerissen. Unsere sind beide in der Kita, und da gibt es einiges was ich mir bei der Tagesmutter besser vorstelle. Ich sehe aber auch viel Gutes, was es in dem kleinen Rahmen der Tagesmutter nicht möglich ist.

Lieblingsreiseziel mit Kids?

Mallorca – kurze Strecke, gutes Klima, freundliche Menschen.

Bester Spielplatz?

Ich mag wirklich keine Spielplätze – zumindest nicht in Prenzlauer Berg.

Was macht ihr an einem regnerischen Tag?

Basteln 🙂 Bis mein Sohn durchdreht und unter dem Tisch Hai spielt und uns in die Füßen beißt.

Was sollte man als Mama immer dabei haben?

Einen sehr großen Rucksack

Mehr zu Miwai findet ihr hier und noch eine kleine Auswahl der schönsten Kinderteile:

Longsleeve von CharLe, Gr. 86-140, ca. 30 €

Niedliche weiße Mütze CharLe, ca. 43 €

Cooles weißes Hemd CharLe, Gr. 104-128, ca. 55 €

Pinke Hose von Spiochi Gr. 62-116, ca. 14 €

Copyright Bilder: MKnickriem, Franziska Schädel

Nächste Woche stellen wir euch noch mehr Stores mit schöner, ecofriendly Fashion vor.

 

Eine Antwort zu “Okö-Serie Teil 3: Ecofriendly, das ist das Prinzip von Inez – auch in ihrem Shop”

  1. Barbara sagt:

    Ein toller Mensch! 🙂

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.