Schwangerschaftsfreitag: Kaiserschnitt ja oder nein? Woche 23

am 14.08.2015

Es ist ein heikles Thema und es gibt sowohl Verfechter der einen und der anderen Seite. Wenn man so will Natürlichkeit versus Sicherheit, Angst und manchmal auch Notwendigkeit. Was ich darüber denke...

Gestern war ich mit einer ebenfalls schwangeren Freundin unterwegs und klar, man bespricht in einer solchen Konstellation so ziemlich alles rund um Bauch, Schlechtsein, Zunehmen, Hitze, Angst, Freude, Jobplanung, Wohnungsplanung, Klinik, Hebamme, Arzt (sorry, sorry ihr alle am Nebentisch, die sicherlich irgendwann mit den Augen angefangen haben zu rollen…) und eben auch das alles entscheidene Thema: Geburt!

Ich bin kein Angsthase aber auch nicht überaus tapfer. Weder öko und übernatürlich, noch zu geplant und steril unterwegs. Wenn man so will, einfach ziemlich durchschnittlich und normal in dieser Hinsicht. Die Entscheidung, wie ich an das Thema Geburt herangehe, ist für uns/mich trotz zweitem Kind ziemlich neu, denn bei Matilda wurde mir diese Wahl in der 26. Woche genommen. Ein Kaiserschnitt war gesetzt und ich konnte mich ziemlich flott damit anfreunden. Ehrlicherweise habe ich mir ab dem Zeitpunkt der Einweisung ins Krankenhaus darüber am allerwenigsten Gedanken gemacht. Alles andere war viel wichtiger. Die gut gemeinte Frage von Freunden und Familie, ob ich darüber nicht traurig sei, konnte ich nur mit einem Lächeln beantworten. Ganz ehrlich, wenn es um Leben oder Tod geht ist das der so ziemlich nebensächlichste Gedanke überhaupt. Aber ich weiß, sie haben es nur gut gemeint.

Wie er war der Kaiserschnitt? Ganz ehrlich, halb so wild aber im Anschluss schmerzhaft. Da Matilda sofort auf die Intensivstation gebracht wurde, war das Thema „Bindung“ als auch Natürlichkeit der Geburt nicht gegeben. Trotzdem haben wir heute eine tolle Beziehung, es fehlt an nichts und mir – soweit ich es einschätzen kann – auch keine natürliche Geburt. Alles ist einfach gut. Die Narbe stört mich nicht die Bohne.

Jetzt bei Nummer zwei frage ich mich, wie es weitergeht? Es scheint alles ok und einer natürlichen Geburt steht nichts im Wege. Trotzdem habe ich so meine Bedenken und eine natürliche Geburt ist keineswegs gesetzt. Wieso?

– Ich habe im Krankenhaus aber auch von Freundinnen viel zu viel gehört und erfahren. Ganz ehrlich die eher negativen Erfahrungen gleichen sich mit den positiven Erfahrungen aus. Es gibt eben Traum- und Horrorgeburten!

– Ich habe schlichtweg Angst um das Baby, ich bin derzeit so dankbar, wie gut alles läuft, vielleicht das Schicksal lieber nicht herausfordern?!?

– Angst davor, dass die bereits vorhandene Narbe wieder aufreißen könnte (innerlich – igitt!)

– Das Risiko einer erneuten Komplikation (Präeklampsie) gegen Ende ist bei mir nicht ganz ausgeschlossen, halte ich dem Gedanken der Warterei und der ständigen Kontrollen bis es losgehen würde mental Stand?

Gegen einen Kaiserschnitt spricht für mich derzeit vor allem:

*Es ist einfach das normalste und schönste der Welt, ein Baby zu bekommen und das ist seit Jahrtausenden schon so. Warum sollte es also nicht auch bei uns „unkompliziert“ klappen?

*Das Baby kommt, wenn es kommt und im Leben sollte einfach nicht alles planbar sein!

*Man ist sehr viel schneller einsatzbereit und kann sich um sein Kind kümmern – um beide Kinder kümmern. Matilda würde, wenn alles gut geht, auch viel weniger auf mich verzichten müssen.

*Und klar auch die Frage: Bin ich echt so ein Angsthase?!?

Derzeit bin ich total unschlüssig, tendiere aber zu einem geplanten, für alle stressfreien, Kaiserschnitt.

Wir werden sehen…ich werde berichten. Eure Erfahrungen und Meinungen interessieren mich aber natürlich brennend!

 

 

4 Antworten zu “Schwangerschaftsfreitag: Kaiserschnitt ja oder nein? Woche 23”

  1. Laura sagt:

    Hallo Lili, ich kann Deine Gedanken wirklich sehr gut nachvollziehen. Gerade bei der zweiten Geburt spielen die Erfahrungen bei der ersten eine so große Rolle. Ich weiß noch, dass ich mir vor der ersten eigentlich kaum Gedanken über den Geburtsprozess gemacht habe. Ich hatte eine spontane, (zu) schnelle 3-Stunden Geburt ohne Betäubung (leider!), bei der sich der Muttermund innerhalb von 1 Stunde von 3 auf 10 cm geöffnet hat! Ich habe wirklich gedacht ich sterbe, so schlimm waren die Schmerzen vor den Presswehen, weil ich eine einzige Wehe ohne Regeneration hatte. Zum Glück ging es bei uns nicht um Leben und Tod – und trotzdem habe ich mir schon ein paar mal überlegt, ob ich jetzt, wo ich wieder schwanger bin, bei der zweiten nicht einen Kaiserschnitt wünsche, ganz einfach, weil ich Angst davor habe, dass es wieder so wird. Klar, war ich auch stolz auf mich, ich denke aber nicht, dass die Bindung zum Kind – wie viele ja meinen – bei einem Kaiserschnitt leiden muss. Ich bin selbst ein Notkaiserschnittkind und habe nicht das Gefühl, dass mir je etwas gefehlt hat 🙂 Ich denke aber, dass es bei mir hoffentlich auf eine normale Geburt, aber bitte mit PDA, hinausläuft. Wenn nicht, dann eben nicht. Warum meinen eigentlich immer alle, sich bei dem Thema einmischen zu müssen?! Ich erinnere mich an eine Mami im Babyturnen-Kurs, die gesagt hat, dass sie sich nie eine natürliche Geburt vorstellen konnte und auch nie stillen wollte. So what?! Hauptsache das Kind kommt gesund auf die Welt! LG

    P.S. Ganz anderes Thema: Ich finde Dein Kleid so schön. Gibt es das noch irgendwo?

    • Anneke Anneke sagt:

      Liebe Laura,
      wie Recht du hast, am Ende ist es immer eine sehr persönliche Entscheidung, die jeder selbst treffen muss. Und auch ich bin bei Paulines Geburt ganz selbstverständlich davon ausgegangen „natürlich“ eine klassische Geburt zu haben. Mit dem Resultat ca. 20 Stunden in den Wehen zu liegen, 5 Versuche eine PDA gesetzt zu kriegen und schlussendlich Pauline mit Kaiserschnitt in Vollnarkose (weil auch diese Betäubung nicht gesetzt werden konnte) zu bekommen. Meine Narbe ist auch heute nicht wirklich schön und ich bin froh, dass Pauline und ich alles überlebt haben.
      Ich würde mich heute immer gegen eine normale Geburt entscheiden. Die Angst wäre viel zu gross, dass es wieder so werden könnte. Also: Riesen Respekt an die Moms, die es ohne Kaiserschnitt geschafft haben und ebenso all jene, die sich direkt für einen Kaiserschnitt entschieden haben.

    • Lilian Lilian sagt:

      Hey Laura, das Kleid ist von ZARA von diesem Sommer. Vielleicht hast du noch Glück und lieben Dank für deine Zeilen. Am Ende geht es immer darum, dass das Baby gesund zur Welt kommt. Egal, Wert was sagt oder denkt. Das sehe ich auch so! Alles Liebe!

  2. Judith sagt:

    Liebe Lili, es ist dein Körper, dein Bauch und deine Intuition als Mutter, der du immer vertrauen kannst. Du wirst wissen, was im entscheidenden Moment richtig ist! Ich habe mich mit dem Thema Geburt vorab möglichst wenig beschäftigt, keinen Geburtsvorbereitungskurs gemacht, keine Geschichten von anderen Frauen hören wollen. Ich bin ohne Angst, dafür mit viel Neugier und Vertrauen in meinen Körper in den Kreißsaal spaziert (naja besser „gewankt“) und durfte dann – motiviert von einem tollen Hebamme/Arzt Team – eine schnelle, unkomplizierte, durchaus schmerzhafte aber eben auch sehr schöne spontane Geburt erleben….Alles Gute und Liebe für dich!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.