Sieben Monate später – 4 gewinnt?

am 01.07.2016

Seit etwas über sieben Monaten sind wir nun zu viert. Wie es uns geht? Ziemlich gut und eigentlich immer besser. Nach vier Wochen Urlaub / Elternzeit sollte das aber auch so sein...

Ursprünglich wollte ich nach einem halben Jahr das erste Zwischenfazit schreiben. Wie es uns geht, dem Familienauto mit vier Rädern: zwei kleinen und zwei großen.

Aber wir waren zu urlaubsreif und K.O. Das Auto brauchte eine Generalüberholung, denn es war platt, der Motor kurz davor zu überhitzen oder den Geist gleich ganz aufzugeben. Ja, es ist anstrengend, alles andere wäre gelogen.

Ich muss immer wieder an die Frage einer Freundin, schwanger mit dem zweiten Kind, denken: „What’s it like with two kids? One and just a little bit more? Or two? I mean really two, two.“ Meine Antwort TWO TWO.

Ja, es sind zwei Kinder. Punkt. Und beide haben ihre Bedürfnisse. Man zerreist sich oft genug. Man versucht beiden gerecht zu werden und je kleiner die Kinder sind, desto schwerer kann man einen Zwerg auch mal „parken“, denn sie verstehen es nur bedingt. Die klassischen Fragen aller Eltern: Wie schaffe ich es abends alleine, die beiden Zwerge ins Bett zu bringen? Wie schleppe ich sie, wie bei uns, in den vierten Stock? Wie beschäftige ich Kind eins, während ich Kind zwei stille? Was mache ich, wenn ein Kind weint? Sie alle sind berechtigt, denn es ist anfangs chaotisch und wenn man irgendwie kann, ist es sicherlich gut, Hilfe zu haben. Am besten hat der Papa Zeit, bis sich alles etwas eingespielt und zurechtgeruckelt hat.

Was kann ich sonst über die letzten sieben Monate sagen? Man macht einfach und glücklicherweise kann ich behaupten, es klappt (anfangs irgendwie und heute tatsächlich immer besser).

Die Sorge, unsere Größere könnte eifersüchtig sein und ihren kleinen Bruder nicht lieb behandeln, hat sich absolut nicht bestätigt. Ganz im Gegenteil. Sie ist wahnsinnig süß mit und zu ihm. Ausnahmen bestätigen natürlich die Regel, aber im Großen und Ganzen klappt das super. Dass sie ab und an einen kleinen „Mamakoller“ bekommt und dann auch wie ein Baby getragen werden will und Intensivkuschelzeit her muss, ist klar und auch verständlich. Das mache ich gerne und freue mich insgeheim auch darüber. Für meinen Geschmack wird sie viel zu schnell groß… Gerade haben wir das Thema Windeln abgeschlossen und sie ist mächtig stolz, jetzt auf die „Lette“ zu gehen, denn sie ist ein Kind und kein Baby mehr. Das erzählt sie bei jeder passenden Gelegenheit. Dass diese Selbstständigkeit auch gepart mit Wutanfällen und Dickschädel daherkommt ist ein anders Thema unter der Überschrift „crazy two“ (ich meine das Lebensjahr)…

Beide werden größer und ich finde die Situation immer einfacher  – zumindest bis jetzt noch. „Double Trouble“ ist vorprogrammiert, aber damit kann ich leben.

So schön die Anfangszeit mit einem Mini-Säugling auch sein mag, ich bin froh darüber, dass Miko jetzt ein robustes, großes Kerlchen ist, das man auf den Boden legen kann, wenn es mal schnell gehen muss und man eine freie Hand braucht. Er isst jetzt Brei. Ich bin also nicht mehr die Hauptnahrungsquelle und auch das macht mich glücklich. So praktisch und unkompliziert die Stillerei ist, für mich persönlich war es jetzt genug und ich bin wieder etwas selbstbestimmter, auch der Papa kann mal einspringen…Das ist wichtig.

Alles in allem bin ich, sind wir wirklich happy wie alles gekommen ist, uns der kleine Miko quasi überrannt und unser Leben ordentlich durcheinander gwirbelt hat.

Ganz ehrlich, ich war noch nie so müde und teilweise grenzwertig erschöpft wie in den letzten Monaten, aber hatte auch noch nie so viele Glücksgefühle und war oft auch mächtig stolz auf uns als Familie – unsere schnuckelige, kleine Familienkutsche, mit Ecken und Kanten, mit einigen Beulen und Lackschäden, mit Brezen und Krimskrams im Innenraum aber einem prima Radio und einem mächtig guten Motor.

4 gewinnt? Ja, mein Kind …

 

 

 

2 Antworten zu “Sieben Monate später – 4 gewinnt?”

  1. Andrea sagt:

    Ganz toll geschrieben! Hatte kurz auch mal Pipi in den Augen. 😉

    Schöne Grüße,
    Andrea (mit nur einem Kleinkind)

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