Très chic – très click – working Mum Ninon

am 09.09.2016

Ihr seid schon über Très Click gestolpert? Ziemlich sicher oder? Wir haben mit Ninon gesprochen, die mit Freundin und Kollegin Alexandra die Female Millennial-Seite gegründet hat. Warum? Ninon ist Powerfrau und seit kurzem auch Mum. Grund genug oder?

Très Click – das Magazin für Mode, Beauty und Popkultur verspricht genau das, was man bekommt. Es macht Spaß. Uns interessiert brennend, wie Mum Ninon das alles handelt.

Vielen Dank für deine Zeit Ninon…

Kurz ein paar Fakten zu dir: Wer bist du?

Ninon Götz, Mode-Journalistin und Gründerin, 37, verheiratet, Mama von Maxim (5 Monate)

Du hast mit Freundin und Arbeitskollegin Alexandrea Très Click gegründet. Wie kamt ihr darauf?

Ehrlich gesagt hat uns so ein Portal einfach in der deutschen Medienlandschaft gefehlt. Während es in den USA set Jahren schnelle, lustige und innovative Female Millennial-Seiten gibt, hat das hierzulande lange gedauert. Also haben wir einfach mal angefangen – und anscheinend den richtigen Riecher gehabt…

Würdet ihr euch als Start-up bezeichnen?

Natürlich! Start-uppiger geht gar nicht! Wir haben bei mir zu Hause zu zweit am Küchentisch angefangen. Heute sind wir zu acht und haben den ersten Schritt von der Garage zum Mini-Business geschafft. Aber wir haben noch viel vor uns!

„Also haben wir einfach mal angefangen - und anscheinend den richtigen Riecher gehabt..."

Wenn ja, ist die Start-up Szene noch immer sehr Männer dominiert?

Ja, leider. Das liegt aber zum Teil daran, dass viele Start Ups technisch sind und es da einfach immer noch viel weniger Frauen als Männer gibt (wir haben bis jetzt erst mit einer einzigen Coderin zu tun gehabt). Durch Projekte wie Girls Who Code ändert sich das aber zusehends!

Erlebt ihr Vorurteile gegenüber Frauen/ Mamas in eurem Business?

Grundsätzlich wird man als Frau, die sich für Mode oder Beauty interessiert, oft unterschätzt. Das Gute daran: Umso größer ist die Begeisterung, wenn das Gegenüber merkt, dass man neben der neuen Balenciaga-Tasche auch noch viele Ideen und die ein oder andere funktionierende Gehirnzelle im Kopf hat! Wir haben bisher fast ausschließlich überwältigend positive Resonanz bekommen, womit wir so nie gerechnet haben. In Wahrheit haben nämlich vor allem wir selber uns unterschätzt.

„Grundsätzlich wird man als Frau, die sich für Mode oder Beauty interessiert, oft unterschätzt."

War das Thema „Kinderkriegen“ irgendwann von Nachteil in deiner beruflichen Laufbahn? Oder merkst du aktuell, dass es ein Thema ist?

Naja, wenn ich Maxim schon früher bekommen hätte, hätte das mit der Gründung bestimmt einen Ticken länger gedauert. Mama zu werden, wenn das Start Up halbwegs steht und man tolle Mitarbeiter hat, ist sicherlich einfacher, als alles parallel aufzubauen und nachts dreimal zum Stillen aufzustehen. Ein Nachteil sind Kinder aber bestimmt nicht, im Gegenteil: Ich merke, dass ich seit der Geburt meines Sohnes noch fokussierter und effizienter geworden bin – und das selbe höre und erlebe ich auch immer wieder von anderen Müttern.

Wie organisierst du deinen Alltag mit Kind?

Ich habe das große Glück, dass meine Schwiegereltern täglich ein paar Stunden auf Maxim aufpassen, sonst würde es nicht gehen. Zum Glück ist er bisher ein eher glückliches Baby, das wenig weint, mal gucken, ob das so bleibt. Mails und alles, was nicht sofort in der Sekunde passieren muss, mache ich abends, wenn er schläft (so wie das Beantworten dieses Fragebogens). Mein Mann arbeitet viel von Zuhause und steht oft auch mal nachts auf (ich stille nicht). Außerdem liegt das Büro nur 200 Meter von meiner Wohnung entfernt, das ist natürlich praktisch. Und ich habe ein tolles Team und eine geniale Partnerin, auf die ich mich 100%-ig verlassen kann. Und trotz all dieser enormen Vorteile, ist es doch viel, was man in 24 Stunden so wegrocken muss. Ich habe aller-, allergrößten Respekt vor allen Frauen, die das mit weniger Unterstützung schaffen!

„Ich merke, dass ich seit der Geburt meines Sohnes noch fokussierter und effizienter geworden bin - und das selbe höre und erlebe ich auch immer wieder von anderen Müttern."

Was ist die größte Herausforderung?

Allen und allem gerecht zu werden. Wobei ich mir das schlechte Gewissen (im Job und beim Kind) abgewöhnt habe. Ich versuche, immer in der Situation, in der ich bin, 100%-ig präsent zu sein.

Gibt es Tipps, die du anderen Müttern geben kannst?

Ich halte Tipps für schwierig, da jede Situation und jedes Kind so einzigartig ist. Ob und wie das Kind schläft, isst, insgesamt drauf ist, ist einfach Glückssache. Bei dem einen funktioniert das eine, beim anderen etwas komplett anderes. Wenn eine Mutter der anderen Tipps gibt, ist das oft so hilfreich wie Französisch-Spickzettel bei einer Mathe-Arbeit. In unserem Haus wohnen 3 Babys, die fast alle genau gleich alt sind – die drei könnten nicht unterschiedlicher sein. Wichtiger, als Tipps, ist der Austausch mit anderen Mamas, der einem zeigt: „Du bist nicht allein.“ Und: „Wie du es machst, machst du es gut“. Das hilft enorm.

Würdest du alles wieder so machen?

Ja, absolut!

Noch eine letzte Frage: Was hast du/ habt ihr noch künftig vor?

Wir wollen Très Click zur Startseite weiblicher Millennials machen, darüber hinaus arbeiten wir an Tools, die unsere User auch sonst im Alltag brauchen können. Wenn man täglich so viele Menschen erreicht, hat man auch eine Verantwortung, ihr Leben ein Stück weit besser/einfacher zu machen. Daran arbeiten wir gerade…

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